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Thüringer Fleischerlied

1.
Die Fleischerzunft in unserm Land,
das ist ein ganz besond’rer Stand.
Aus einer großen Schweinerei
zaubern sie die beste Wurst herbei.
Mit Majoran und Zwiebellauch
und dem guten Buchenrauch,
denn von Brot allein kann man nicht leben,
es muss auch Wurst und Schinken geben.
Refrain:
Ach wie schön ist es hier bei Bratwurst und Bier,
im Thüringer Land - über Grenzen bekannt.
Kommt zu uns und erlebt was die Sinne erhebt,
beim deftigen Schmaus fühlt Euch wie zu Haus.
Denn in Thüringen ist es so schön.
2.
Wenn du mal am Rennsteig bist
und dort eine Bratwurst isst,
begreifst Du schnell den Sinn des Lebens -
wer’s nicht tut, der lebt vergebens.
Bratwurst essen Arm und Reich,
die Freude ist bei allen gleich.
Schon Goethe sagte kurz und schlicht:
Dies Essen ist mein Leibgericht.
3.
Ein jeder Brauch, so macht es Sinn,
verlangt nach einer Königin.
In guten und in schlechten Zeiten
soll sie für das eine streiten,
dass die Wurst aus unserm Land
wird in der ganzen Welt bekannt.
Denn sie ist auf jedem Feste,
das einzig Wahre und das Beste.

Gabriela Jahn ist im Jahr 2003 die "Thüringer Wurstkönigin". Die Fleischermeisterin aus Königssee hatte beim Fleischerverbandstag in Kassel Premiere mit dem von ihr und Thomas Krannich getexteten und komponierten Thüringer Fleischerlied. Das Lied hat sie zusammen mit ihrem Mann Jens Jahn, mit Thomas Krannich am Bass und Jochen Hoffmann am Akkordeon für eine CD eingespielt. Sie ist für fünf Euro zu beziehen über die Fleischerei Kaufmann, Schwarzburger Str. 21, 07426 Königssee, oder bei der Thüringer Fleischerinnung, Am Troistedter Weg, 99428 Nohra.
Das Lied der Thüringer Wurstkönigin (2003)

Eine Hymne an 125 Jahre afz

Bist Du ein Freund von Wurst und Fleisch
Und willst mehr Infos und zwar gleich
Die Lösung wird von mir besung’
Die Allgemeine Fleischer Zeitung

Die AFZ das ist jetzt wahr
Wird hundertfünfundzwanzig Jahr’
Ein weiter Weg war’s von Berlin
Bis nach Frankfurt und hier hin

Voller Bonheur ist heut’ Frau Kühlcke Chefredakteur
Von Schiffeler bis Nandelstaedt
Sie alle sind die AFZ

So trifft sich dann die Redaktion
Bis Dienstag hat sie alles schon
Gerd Abeln ist dann auch zur Stelle
Als echter Fleischergeselle

Halb Niedersachsen und Herr Freese
Kriegt’s Donnerstag dann auch zu lesen
Ich sag Moin Moin
Was kann der sich freu’n

Glückwunsch AFZ
In dieser Zeit gab’s selbstverständlich Auf und Ab’s

Die schlimmste Zeit mit BSE
Ist ja Gott sei Dank passé
Mensch gegen Gammelfleisch und Stress
Hilft die F-Marke und QS


Wisst Ihr, die Welt wär halb so nett
Ohne unsre AFZ

Ob Kottmeier, ob Schulte Strathaus
Das sind noch Typen, die sind g’radaus

Im Fußball gibt es Kahn und Effe
Ihr steht auf MFA und Beffe

Ich muss ins Bett
Happy Birthday, AFZ!

Christoph Brüske, 2009

Agenda Tierschutz - vom Gesetz bis zum Genuss

Willkommen Snack - Willkommen Snack
Kräuterschinken - Kräuterschinken
Rauch, Ei und Bierwurst - Rauch, Ei und Bierwurst
Schmeckt so gut - schmeckt so gut

Lecker Vorspeis - lecker Vorspeis
Schinkensalat - Schinkensalat
Sago, Frit und Mayo - Sago, Frit und Mayo
Schmeckt so gut - schmeckt so gut

Bakskuld Zwischengang - Bakskuld Zwischengang
Schweinekamm - Schweinekamm
Erbsen, Brust und Rüben - Erbsen, Brust und Rüben
Schmeckt so gut - schmeckt so gut

Jetzt kommt Hauptspeis - jetzt kommt Hauptspeis
Schweinebacke - Schweinebacke
Dinkel, Speck und Spargel - Dinkel, Speck und Spargel
Schmeckt so gut - schmeckt so gut

Kleines Schweinchen - kleines Schweinchen
Prost für Dich - Prost für Dich
Gruß an unsern Tischfreund - Gruß an unsern Tischfreund
Mahlzeit jetzt - Mahlzeit jetzt!

Melodie: Bruder Jakob; Text: Landbrug & Fødevarer, 2011

Lobet mir die Metzgerzunft

Helmut Banzhaf, dem Chorleiter der Sängerrunde der Metzgerinnung München, ist eine humorvolle und berufsbezogene Bereicherung des Lieder-Repertoires der Fleischersänger zu danken. Wenn das 1966/67 geschriebene und komponierte "Loblied auf die Metzgerzunft" erklingt, ist den singenden Fleischern der Applaus allemal sicher:
Jeder der noch hat Vernunft, lobe mir die Metzgerzunft:
Denn der Braten in der Pfann, muß auch einen Ursprung han,
denn der Braten in der Pfann, muß auch einen Ursprung han.
Was nutzt schon das schönste Schwein, Hammel, Stier und Öchselein.
Wenn sie noch am Leben sind, gibt's kein Fleisch, das weiß ein Kind,
wenn sie noch am Leben sind, gibt's kein Fleisch, das weiß ein Kind.
Nur der Metzger helfen kann, flink fängt er die Arbeit an,
morgens wenn der Tag anbricht, wird das Fleisch schon hergericht,
morgens wenn der Tag anbricht, wird das Fleisch schon hergericht!
Liegt der Braten dann bereit, kannst ihn kaufen jederzeit,
und daneben liegt das Bein, denn die Zuwag' muß auch sein,
und daneben liegt das Bein, denn die Zuwag' muß auch sein!
In der Wurstküch' hebt sodann, ein gar eifrig Werkeln an,
wird gesotten und gemengt, bis die Wurst am Schnürl dran hängt,
wird gesotten und gemengt, bis die Wurst am Schnürl dran hängt.
Jetzt ist alles recht gemacht, daß dir's Herz im Leibe lacht,
jajaja, daß dir's Herz im Leibe lacht.
Darum, wer noch hat Vernunft, lobet mir die Metzgerzunft,
darum, wer noch hat Vernunft, lobet mir die Metzgerzunft ...
Helmut Banzhaf

Ein Wurstlied aus Braunschweig

Schon im Mittelalter betrieb man in den Braunschweiger Häusern die Wursterei, erst zu Beginn des vorletzten Jahrhunderts begann die Zeit der gewerblichen Wurstherstellung. Seit jeher wird indessen im Volksmund und in der Dichtung die Braunschweiger Wurst besungen. Hier ein Beispiel:
Welcher Würste denkt zu speisen,
die recht fein und niedlich sein,
dieser muß nach Braunschweig reisen,
denn da trifft es eben ein,
daß er sie mit großen Haufen
kann nach seinem Willen kaufen.
Läßt er sich im Wirtshaus nieder,
bringt man ihm ein Trünklein Bier,
dies erfrischet seine Glieder.
Alsbald tritt der Wirt herfür,
gibt ihm eine Wurst zu schmecken,
wonach er die Hand muß lecken ...
Braunschweig

Ein Fleischerlied aus Köln

Keine Personalprobleme hatte jener Metzgermeister, bei dem einst die Heinzelmännchen die Arbeit in der Wurstküche übernahmen. Wie war in Köln es doch vordem mit Heinzelmännchen so bequem ... Mitte des vorigen Jahrhunderts hat der Dichter August Kopisch das alte Volksmärchen in Versen beschrieben:
Beim Fleischer ging es just so zu:
Gesell und Bursche lag in Ruh.
Indessen kamen die Männlein her
und hackten das Schwein die Kreuz und Quer.
Das ging so geschwind wie die Mühle im Wind.
Die klappten mit Beilen, die schnitzten an Speilen,
die spülten, die wühlten
und mengten und mischten
und stopften und wischten.
Tat der Gesell die Augen auf,
wapp!
hing die Wurst schon da im Ausverkauf!
Köln

Die Sau die ist ein armes Tier

1. Die Sau, die ist ein armes Tier,
Denn meistens macht man Wurst aus ihr;
Doch gäb's das rosa Tierchen nicht,
Dann ging's uns Menschen schlecht.
Es gibt uns Kraft, es macht uns froh,
Das ist im Leben einmal so,
Und hast gute Wurst im Bauch,
Verträgst du zwei, drei Körnchen auch.
Schwein, Schwein, das muß sein,
Der Metzger, der kann fröhlich sein,
Schwein, Schwein, das schmeckt fein,
D'rum beiß mal schnell hinein,
Sau, Sau, au, au, au,
Wenn du nicht wärst, dann ging's uns mau,
Wutz, Wutz, kleine Wutz,
Du wirst noch heut' verputzt.

2. In jedem Ort im Hessenland
Ist "ahle Worscht" beliebt, bekannt,
Und jeder, der 'ne "Stracke" hat,
Der ißt sich rund und satt.
Der Metzger schafft fast um die Uhr,
Macht sie nach alter Rezeptur,
Und wer nicht weiß woher sie kommt,
Der hört die Antwort schnell und prompt.
Schwein, Schwein ...

Denn schon im Operettenlied die Sau
Im Mittelpunkt dort steht,
Ja, Borstenvieh und Schweinespeck
Sei idealer Lebenszweck.
|: Schwein, Schwein ... :|
(Melodie - Joachim Claus)
Quelle: http://ingeb.org/Lieder/diesaudi.html
von Fritz Sauer und Joachim Claus

Der Fleischer mit der Fleischbank

Vorsänger:
1. Der Fleischer mit der Fleischbank, der macht halt den Anfang in das Himmelloch, in das Himmelloch, in das Himmelloch hinein.
Alle:
Ei so gehn wir alle alle mit einander
in das Himmelloch, in das Himmelloch, in das Himmelloch hinein.
2. Der Schneider mit dem Bügeleisen,
der wird den Weg uns weisen
in das Himmelloch ...
3. Der Schornsteinfeger mit der Leiter,
der steigt immer weiter
in das Himmelloch ...
4. Und der Schmied mit dem Hammer
und der Zimmermann mit der Klammer
müssen auch mit ...
5. Der Sattler mit der Ahle,
der Schneider mit der Nadel
müssen auch mit ...
6. Und der Schuster mit dem Pechdraht
und der Bürgermeister und der Landrat
müssen alle, ...
Volkslied aus Schlesien

Hymne an das Schwein

Längst schon trieb mich der Muse Gebot, zu singen des Schweines
Tiefempfundenes Lob, des vielfach verleumdeten Borstviehs,
Welches, dem Märtyrer gleichend, verachtet sein Leben dahinbringt,
Bis nach grausamem Tode die innere Tugend enthüllt wird,
Welches ihm nimmer was nützet und welches ihm gänzlich egal ist.
Zwar schon sang uns sein Lob vor Zeiten der treffliche Uhland,
Pries es im Erbswurstlied der beschaulich-erbauliche Trojan,
Hat ihm ein Epos geweiht der viel belesene Herrig -
Allumfassend doch keiner erschöpfte des Schweines Bedeutung!
Darum der Menschheit Schuld zu sühnen will ich besorgt sein,
Singen dein Lob, vortreffliches Schwein, Beglücker der Menschheit.
Thörichte sind es fürwahr, Verblendete, die dich verachten,
Naserümpfend vorüber dir gehn mit dem schändlichen Ausspruch:
"Sehet das schmutzige Schwein, o welch ein Schwein ist das Schwein doch!"
Würdigen Schrittes sich naht der vielgelehrte Präceptor,
Sorglich führt er vorüber den maulaufsperrenden Zögling,
Welchen er Tag für Tag beträufelt mit Sprüchen der Weisheit,
Gleich wie die Köchin den Braten begiesst, bis er mürbe und gar wird.
Also spricht er, mit bleicher Nase vermeidend den Schweinsduft:
"Siehe mein Söhnchen, der Trägheit Bild und der schändlichen Schmutzlust,
Wie es behaglich sich wälzt und Tugend und Weisheit verachtet,
Einzig mit Fressgier bedacht, wie es den wampigen Wanst fühlt!"
O welch thörichtes Zeug sprichst du, mein weiser Präceptor:
Menschentugend und Tugend des Schweins sind gänzlich verschieden.
Diesem ist Fettsein Verdienst und grössester Vorzug die Fressgier.
Wär ich an deiner Stell' o hypergelehrter Präceptor,
Also spräch ich gewichtige Worte zum lauschenden Zögling:
"Siehe, mein Söhnchen, das Schwein, dies herrliche Wunder der Schöpfung,
Welche mit mächtigen Kräften gesegnet seine Verdauung:
Schlechte verachtete Träber und werthlos erbärmlichen Abhub
Wandelt sein mystischer Bauch in rosig fleischigen Speckwanst,
Nichts am Schwein ist gering - du schmähst auf den schmutzigen Rüssel,
Welcher durchwühlte, was ekel dir schien, o Zögling, und dennoch
Speisest du fröhlichen Mutes begierig die köstliche Schnauze,
Lobst sie über die Massen und leckst dir schmunzelnd das Maul ab,
Schaust du umher, wo an Wänden die Schätze des Geistes gereiht sind,
Dorten erblickt dein prüfendes Auge, vortrefflicher Zögling,
Dass man nichts Bessres gefunden, die herrlichen Schätze zu schützen,
Als das Leder des Schweins, des vielverachteten Borstviehs.
Ist es doch selber ein Schatz in schweineledernem Einband,
Dieses vortreffliche Thier, ein Füllhorn köstlicher Gaben.
Denke des herrlichen Schinkens, des purpurrosigen Querschnitt
Köstlicher Speck umkränzt mit röthlich schimmerndem Anhauch,
Denke der Würste, mein Sohn, die in ungezählten Guirlanden
Lieblich das Leben durchflechten und von so vielerlei Art sind,
Gleich wie des Landes Gebrauch und freundliche Sitte gebietet,
Acht' auch nimmer gering Matrosen ernährendes Salzfleisch,
Rosig durchwachsenen Speck und Schmalz, die Butter des Armen,
Schweineknöchlein, ein köstlich Gericht und die leckere Sülze.
"Snuten und Poten" verzehrt man in Hamburg, das köstliche Eisbein
Schätzt der Berliner, zum Sauerkohl wahrlich da schmeckt es vortrefflich.
Dessengleichen, mein Sohn, vermöcht ich noch viel zu vermelden,
Doch nun sei es genug, nur eines noch merke, mein Zögling:
Nimmer verblendet dies redliche Thier so mächtiger Vorzug,
Ruhig lebt es dahin im Schatten und in der Verachtung,
Nimmer Allotria treibt es und wendet sich flackrig vom Ziel ab,
Sondern es mästet sich still und frisst sich empor zur Vollendung.
Solch ein vortreffliches Thun sei dir ein Beispiel und Ansporn;
Mäste desgleichen in stetigem Triebe den Wanst deines Geistes,
Dass er im Alter dir triefe vom köstlichen Fette der Weisheit."
Solches würd' ich berichten dem wohlaufmerkenden Zögling,
Denn ich liebe das Schwein, betracht' es mit tiefer Verehrung,
Welches die Götter, die gütigen, schenkten zu lieblicher Nahrung
Beiden, so Arm als Reich, zu gleichem Genuss und Behagen.
Theuerste Gattin, es ward mir bekannt, dass du heute bereitest
Köstliches Mahl in duftender Küche, den herrlichen Schweinskopf:
Wende, Geliebte, den Schritt zu jenem Ort, der bekannt dir,
Wo mich oftmals umfing, wenn ich ihm nahte durch Zufall,
Seltsam träumerisch Sinnen, bis dass mir im Geiste emporstieg
Manch ein tropisches Bild von Palmen und üppigem Urwald,
Wo mich ein Anhauch traf der Fremde des sonnigen Südens,
Bis es mir klar ward im Geist, es duftete so der Gewürzschrank -
Nimm draus, theuerstes Weib, des Lorbeers trockene Blätter,
Leg' sie mit ordnender Hand um den herrlich bereiteten Schweinskopf,
Dass ihn noch zieret im Tode der Lorbeer, den er verdient hat!
Heinrich Seidel (1882-1906)

Das Metzelsuppenlied

Wir haben heut' nach altem Brauch
ein Schweinchen abgeschlachtet;
der ist ein abgefeimter Gauch,
wer solch ein Fleisch verachtet.
Es lebe zahm' und wildes Schwein!
Sie leben alle, groß und klein,
die blonden und die braunen!
So säumet denn, ihr Freunde, nicht,
die Würste zu verspeisen,
und laßt zum würzigen Gericht
die Becher fleißig kreisen!
Es reimt sich trefflich Wein und Schwein
und paßt sich köstlich Wurst und Durst;
bei Würsten gilt's zu bürsten.
Auch unser edles Sauerkraut,
wir sollen's nicht vergessen;
ein Deutscher hat's zuerst gebaut,
drum ist's ein deutsches Essen.
Wenn solch ein Fleischchen weiß und mild
im Kraute liegt, das ist ein Bild
wie Venus in den Rosen.
Und wird von schönen Händen dann
das schöne Fleisch zerlegt,
das ist, was einem deutschen Mann
gar süß das Herz bewegt.
Gott Amor naht und lächelt still
und denkt: "Nur daß, wer küssen will,
zuvor den Mund sich wische!"
Ihr Freunde, tadle keiner mich,
daß ich von Schweinen singe!
Es knüpfen Kraftgedanken sich
oft an geringe Dinge.
Ihr kennet jenes alte Wort,
Ihr wißt: es findet hier und dort
ein Schwein auch eine Perle.
Ludwig Uhland (1787-1862)

Das Schlaraffenland

Um jedes Haus so ist ein Zaun
Geflochten von Bratwürsten braun.
Rasch gebraten, frisch gesotten
Es mag sie essen, wer da will,
Sein niemand nicht verboten.
Die Säu, all Jahr gar wohl geraten,
Laufen herum und sein gebraten.
Tragen Messer im Rücken,
Damit keiner gesäumet werd',
Daß jeder schneid ein Stücke.
Volkslied, 1611

Das Saumagenlied

Preisend mit viel schönen Reden
ihrer Speisen Wert und Zahl
saßen kompetente Männer
einstens froh im Speisesaal.
"Herrlich schmeckt" - so sprach der erste -
"stets die Leber einer Gans,
aber erst bei Brück in Landau
kommt sie zu dem wahren Glanz."
"Lieber ist mir" - sprach der zweite -
"von den Gänsen stets die Brust:
Ja sogar die alten Pommern
haben dies schon längst gewußt."
"Höret" - sprach darauf der dritte -
"eure Sachen sind wohl fein,
doch ich lobe mir vor allem
Leberwurst von Worms am Rhein."
"Ja, die Wormser sind vortrefflich" -
Sprach der viert' -, "ich kenne sie:
Doch es sind die Otterberger
delikater noch als die."
Und der fünfte sprach: "Ich schätze
jeden hehren Wurstgenuß,
doch am Schwein ist stets das Feinste
so ein Ohr und eine Schnuß."
"Diese Sachen" - sprach der sechste -
"kenn' ich alle sehr genau,
doch es geht mir über alles
stets der Magen einer Sau.
Gut gefüllt wie sich's gebühret,
hergerichtet mit Verstand,
ißt ihn froh bei Weib und Kinde
jeder Untertan im Land."
Und es stimmt der Leberlober,
Wurst- und Schnußverzehrer ein:
"Sauenmagen ist das Beste,
dieser Füllsel-Edelstein."
Karl August Woll (1835-1893)

Metzgerleute, brave Leute

Ein Lied, zu singen in froher Metzgerrunde. Text von Metzgermeister Wilhelm Wörner, Bergen-Enkheim. Walzermelodie aus der lustigen Witwe: "Lippen schweigen, es spielen Geigen"
Metzgerleute, brave Leute sind's fürwahr
fleißig sind sie, schaffen tun sie's ganze Jahr
aber wenn sie feiern, woll'n sie lustig sein,
dann ist's urgemütlich dort in ihren Reih'n.
Wenn sich dann zum Tanze drehen, alt und jung
auch mal einen trinken gehen, das gibt Schwung.
So sind Metzgerleute, so soll'n sie auch sein
Fröhlichkeit gibt's heute, darum ladet ein.
Doch so schön wie heute ist nicht jeder Tag
morgen gibt es Arbeit wieder und auch Plag.
Doch die Kraft durch Freude macht es möglich dann,
daß sie dann im Leben stehen ihren Mann.
Wilhelm Wörner