Kommentar von
Sandra Sieler

Außer-Haus-Markt Stärke zeigen, Profil schärfen

Dienstag, 30. August 2016
Für die einen ist es der exquisite Partyservice, für die anderen sind es edle Fleischteilstücke von ganz bestimmten Tierrassen oder die gut sortierte Auswahl an ausgefallenen Käsespezialitäten. Für die Dritten wird erst die Kombination von allem zu jenem Erfolgsfaktor, der den Kunden das besondere Erlebnis bietet. Das Spezielle, das er nirgendwo anders so bekommt – nicht beim Metzgerkollegen ein paar Straßen weiter, nicht bei den Mitbewerbern des Handels und schon gar nicht bei den Billigheimern im Discount.

Das Buhlen um den Kunden ist im Lebensmittelmarkt höchst anspruchsvoll geworden. Das erfordert vom Unternehmer ein untrügliches Gespür sowie ein feines Fingerspitzengefühl dafür, was seine Kundschaft sucht, was im Einzugsgebiet läuft, was noch fehlt – oder aber was er einfach viel besser kann als seine Konkurrenten.

Im Geschäft mit schnellen Snacks für unterwegs beispielsweise tummelt sich inzwischen eine bunte Vielzahl an Anbietern. Vom verlässlich wachsenden Außer-Haus-Markt wollen stetig mehr Unternehmer profitieren. Da wetteifern inzwischen sogar Supermärkte und Tankstellen um Käufer für die unterwegs leicht zu verzehrenden Speisen. Immer mehr ist aber nicht unbedingt gleichbedeutend mit gut. Vieles davon können Fleischer von Haus aus einfach besser. Schließlich haben sie die meisterlich verbriefte Kompetenz für Frikadellen und Bratwürste, aber ebenso für den feinen Kochschinken für die beliebte Focaccia. Warum also diese Umsätze anderen überlassen?

Das Fachgeschäft kann sich gegenüber den sonstigen Anbietern vor allem mit gelebter Qualität und Frische profilieren. Der Herstellungsbetrieb im Hintergrund garantiert kurze Wege und die sorgfältige Auswahl der wichtigsten Zutaten. Das sind gute Argumente in einer Welt, in der dem Konsumenten zwar das klassische Mahlzeitenmuster verloren geht, er aber auch bei der Auswahl seiner Speisen unterwegs wieder verstärkt auf Qualität und einen originären Geschmack achtet.

Snacks - Stulle
(Bild: wi)

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Außer-Haus-Markt Snacks bringen starke Margen

In unserer Studie „Snackbarometer“ zeigt sich die handwerkliche Wertigkeit als der zentrale Erfolgsfaktor derjenigen, die bereits gute Geschäfte mit den schnellen Speisen vorweisen. Mehr als 90 Prozent stimmen dieser Aussage zu. Gute Produkte dürfen dann auch etwas kosten, wie die Studie belegt. So schafft das ausgewählte Angebot die nötige Luft für eine selbstbewusste Preispolitik. Wer besser ist als andere, kann folglich ganz andere Preise aufrufen. Clever kalkuliert wird das Snack-Angebot zum echten Margenbringer.

Im Snack-Geschäft geht es um fast immer um Spontankäufe. Die Reizschwelle, um diesen gewünschten Impuls auszulösen, liegt allerdings hoch. Das Angebot muss den Appetit wecken. Hoher Warendruck ist hier der Schlüssel. Lieber nur wenige Varianten anbieten, aber dafür muss der für die kleinen Mahlzeiten freigeräumte Platz in der Theke prall gefüllt sein. Das ist nicht immer und überall leicht zu stemmen und damit zugleich eine der besonderen Herausforderungen in diesem Segment. Nichts ist nur schwarz oder weiß.

Was immer eine Metzgerei offeriert, wie sie ihren Laden gestaltet und die Auslage in der Theke bestückt, es muss authentisch sein und die Stärken des Unternehmens betonen. Genau deswegen sind die gut 13000 Fleischer-Fachgeschäfte in Deutschland auch so unterschiedlich und jedes auf seine eigene Art und Weise erfolgreich.

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