Snack-Barometer 2020 Herzhaftes Potenzial

Donnerstag, 29. Oktober 2020
Foto: Adobe Stock / karepa

Trotz oder wegen Corona: Die Deutschen kaufen weiterhin gern Snacks. Und immer mehr Konsumenten halten „ihrem“ Metzger die Treue, zeigt das Snack-Barometer 2020.

Homeoffice, Unsicherheit, Einkaufsmüdigkeit: Auch Metzgereien und Bäckereien in Innenstadtlagen leiden darunter, dass die Kundenfrequenzen deutlich zurückgehen. Doch der Trend zum unkomplizierten Happen zwischendurch dauert an, wie das aktuelle Snack Barometer 2020 von afz - allgemeine fleischer zeitung und ABZ - Allgemeine Bäcker Zeitung zeigt.

Die Studie zu Konsumentenverhalten, Trends und Marktpotenzialen im Foodhandwerk legt dar: Snacks sind und bleiben relevant und ein fester Bestandteil der Ernährung. Knapp drei von vier Deutschen kaufen mindestens einmal wöchentlich einen Snack, 16 Prozent sogar täglich. Zwölf Prozent konsumieren noch häufiger Snacks, vor allem in der Altersgruppe der unter 30-jährigen.

„Jeder fünfte Konsument geht nun häufiger beim Metzger einkaufen.“
„Die Steigerung ist erstaunlich, da das generelle Einkaufsverhalten in Zeiten von Corona stark abgenommen hat“, heißt es in der Studie. Denn 62 Prozent der Frauen und 47 Prozent der Männer geben an, dass sie versuchen, ihre Einkäufe schneller zu erledigen und nicht zu viel Zeit im Geschäft zu verbringen. Man geht seltener einkaufen und kauft dafür größere Mengen, lässt sich seltener „verführen“ und erledigt seine Lebensmitteleinkäufe gezielter. Vor allem Frauen und ältere Menschen achten stärker auf Regionalität. Jeder vierte Befragte gibt an, dass er durch die Corona-Pandemie wieder häufiger beim Bäcker einkauft, jeder fünfte (21 Prozent) geht öfter zum Metzger.

Die Deutschen präferieren eher den herzhaften Snack. Gut jeder zweite Mann (52 Prozent) und knapp jede zweite Frau (46 Prozent) greift eher zu einem deftigen Snack, süße Happen bevorzugen nur 15 Prozent. 36 Prozent können sich nicht entscheiden, ob sie zur süßen oder herzhaften Fraktion gehören.

Wie auch in den früheren Barometer-Umfragen halten sich die Konsumenten nicht an feste Essenszeiten. Sie kaufen dann einen Snack, wenn sie Lust darauf haben (56 Prozent) oder um den kleinen Hunger zwischendurch zu stillen (53 Prozent). Aber es wird auch dann gesnackt, wenn die Zeit zu knapp wird, sich selbst etwas zuzubereiten – für 56 Prozent der Frauen sind Snacks genau dann eine willkommene Alternative (Männer: 41 Prozent).

Soziale Komponente

Für Jugendliche haben Snacks sogar eine soziale Komponente: 63 Prozent der 14- bis 19-Jährigen snacken, wenn sie sich mit Freunden treffen und eine Kleinigkeit essen wollen. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr noch einmal deutlich gestiegen (2019: 49 Prozent).

Ein Snack muss frisch zubereitet und einfach zu essen sein sowie satt machen. Für 70 Prozent darf er nicht zu teuer sein. Allerdings ist die Bereitschaft gestiegen, für einen Snack mehr zu zahlen. Während 2019 jeder zweite Befragte (49 Prozent) maximal drei Euro ausgegeben hat, zahlen in diesem Jahr nur noch 31 Prozent weniger als drei Euro. 20 Prozent zahlen sogar mehr als fünf Euro für einen Snack.

War 2019 noch das Schnellrestaurant der beliebteste Einkaufsort für Snacks, fallen McDonald’s & Co nun auf den dritten Platz zurück. Aufsteiger und neuer Spitzenreiter ist in diesem Jahr der Imbiss mit ethnischer Ausrichtung, der mit 22 Prozent das Ranking anführt, dicht gefolgt vom klassischen Bäcker. Der Metzger belegt mit neun Prozent einen mittleren Rang. 61 Prozent der Befragten gehen mindestens einmal in der Woche zum Metzger ihrer Wahl. „Dies ist zwar schon eine Steigerung, doch hier ist noch Luft nach oben“, so der Report.

Statistisch gesehen ist der Metzger-Snacker männlich und kommt aus Süddeutschland. 42 Prozent der Metzger-Kunden sind älter als 50 Jahre, voll berufstätig oder Rentner und leben häufig in einer ländlichen Region. Aber auch die Altersgruppe „20 bis 39 Jahre“ geht mehrmals wöchentlich zum Snackkauf zum Metzger, öfter als andere Altersgruppen. 28 Prozent der Befragten halten „ihrem“ Metzger die Treue, im Vorjahr waren es 20 Prozent.

Leberkäse vor Frikadelle

Bei den Metzgersnacks ist der Leberkäse eindeutiger Favorit, gefolgt von Frikadelle und heißer Wurst. Regional betrachtet variieren die Lieblingssnacks: Der Norden und Westen lieben die Frikadelle, der Osten die heiße Wurst, der Süden den Leberkäse.

Die Studie

  • Das Snack-Barometer 2020 zeigt sowohl die Einstellung der Konsumenten als auch die Umsetzbarkeit sowie Erfolgspotenziale in den Betrieben des Foodhandwerks.
  • Für die Studie wurden 1.200 Snacker zwischen 14 und 65 Jahren zu ihren Snackgewohnheiten, Vorlieben, Geschmäckern, Verhaltensmustern und Preisschwellen befragt. Die Verteilung von Alter und Regionalität ist repräsentativ für Deutschland.
  • Die Befragung von 100 Fleischer-Fachgeschäften und Bäckereien mit relevantem Snackumsatz zeigt darüber hinaus, wie ein erfolgreiches Geschäft mit dem schnellen Happen für Zwischendurch funktionieren kann.
  • Initiatoren der Marktforschungsstudie sind die afz – allgemeine fleischer zeitung und die ABZ – Allgemeine BäckerZeitung.
  • Die Studie kostet 244,35 Euro, Abonnenten der afz und ABZ zahlen nur 198 Euro (inklusive MwSt.). Mehr Informationen und Bezugsmöglichkeiten finden Sie hier.
Das könnte Sie auch interessieren
stats