Digitalisierung Mehr Zeit für die Beratung

Donnerstag, 02. Juli 2020
Brotzeit, Imbiss oder Wochenendeinkauf: Mit der Vorbestell-App spart der Kunde Zeit beim Einkaufen.
Foto: Metzgerei Hack
Brotzeit, Imbiss oder Wochenendeinkauf: Mit der Vorbestell-App spart der Kunde Zeit beim Einkaufen.

Kunden der Metzgerei Hack in Freising können bequem von zu Hause per App vorbestellen. Der Service erleichtert auch dem Team von Steffen Schütze den Arbeitsalltag.

Steffen Schütze ist offen für neue Dinge. Und so ließ sich der Inhaber der Metzgerei Hack aus Freising in einem Gespräch mit dem Berater Dr. Max Schreder, selbst Enkel einer Traditionsmetzgerei, schnell davon überzeugen, seinen Kunden eine App für Vorbestellungen anzubieten. 

Das macht er seit Januar dieses Jahres – mit durchschlagendem Erfolg: „Bis Corona lief es schon ganz gut, da hatten sich 250 Kunden registriert“, berichtet Schütze. Die durch Covid-19 bedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens gaben seiner App dann noch einmal einen besonderen Schub: „Inzwischen haben sich mehr als 1.000 Kunden angemeldet; pro Woche kommen zwischen 150 und 200 Vorbestellungen herein.“

Automatischer Ausdruck

Der Kunde bestellt über die App unter Angabe, wann er seine Bestellung abholen möchte. Die Vorbestellung wird im Laden per „CloudPrint“ automatisch gedruckt und vom Verkaufsmitarbeiter per Klick auf einem Tablet-PC bestätigt. Die Vorbestellungen werden an einer gesonderten Kasse („fast lane“) ausgegeben. Dadurch müssen die Kunden nicht anstehen und bezahlen ihre per App aufgegebene Bestellung, wie gewohnt, bar oder per Karte. Einer der großen Vorteile für den Metzgermeister ist, dass er und seine Mitarbeiter weniger telefonieren müssen, um Bestellungen aufzunehmen, und so auch nicht mitten aus einem Beratungsgespräch gerissen werden, wenn das Telefon klingelt. Auch die aufwändige Bearbeitung von E-Mails oder Telefaxen fällt weg.
„Der Kunde hat zu Hause unser gesamtes Sortiment vor Augen. “
Steffen Schütze, Metzgermeister
Zeitlich sind sowohl Metzger als auch Kunde flexibel: Schütze kann die Bestellungen außerhalb der Stoßzeiten abwickeln, der Kunde kann rund um die Uhr („24/7“) ordern. „Außerdem hat derjenige, der von zu Hause aus bestellt, unser gesamtes Sortiment vor Augen und Zeit, sich in Ruhe umzuschauen. Im Gegensatz zum klassischen Filialeinkauf werden dann auch mal besondere Cuts geordert und der Umsatz pro Kunde ist im Schnitt höher.“ Die Bons der Vorbestellungen liegen durchschnittlich zwischen 40 und 100 Euro.

Lieferung in die Kühlbox

Er bietet seinen Kunden über die App auch Lieferungen im Umkreis von 20 Kilometern an – ab einem Mindestbestellwert von 30 Euro frei Haus, darunter kostet es fünf Euro. Bezahlt werden kann entweder bar, per Karte oder über das digitale Zahlungssystem PayPal. Oder per Rechnung: „Empfänger, die nicht zu Hause sind, stellen eine Kühlbox an einen vereinbarten Ort. Da legen wir auch schon mal die Rechnung dazu“, verrät Schütze.

Mit der App hat er neue Kunden gewonnen, und sogar auch „Ecken kennengelernt, in denen sich zwar keine Filiale lohnt, eine feste Tour am Donnerstagmittag beispielsweise aber sehr wohl lukrativ ist“, nennt er einen weiteren Vorteil der digitalen Bestellmöglichkeit, die sich längst rechnet.

„Mir war eine individualisierte App wichtig, also dass die Metzgerei Hack klar als Absender erkennbar ist“, sagt Schütze. Außerdem wollte er möglichst wenig Aufwand mit der App haben: „Eine eigene App ist üblicherweise kosten- und zeitintensiv, nicht nur die Programmierung, sondern auch deren Pflege.“ Für die Vorbestell-App von Schreder Consulting zahlt er 79 Euro monatlich, „und das war‘s. Ich zahle keine Umsatzbeteiligung oder muss Fremdwerbung zulassen“, erläutert der Metzgermeister, warum er sich für eine schlüsselfertige Lösung entschieden hat.

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