Digitalisierung Stationäre Antwort auf Onlineshopping

Freitag, 15. Januar 2021
Selbst ist der Kunde: Nahversorger-Konzept teo von Tegut.
Foto: tegut/Björn Friedrich
Selbst ist der Kunde: Nahversorger-Konzept teo von Tegut.

Versorger um die Ecke: Der Lebensmittelhändler Tegut hat in Fulda einen voll digitalisierten SB-Supermarkt namens Teo eröffnet.

Die moderne, digitale Einkaufswelt muss nicht unbedingt unterkühlt daherkommen. Zumindest positioniert sich „teo“, der technologisch vollgepackte Supermarkt von Tegut in der Lindenstraße 32 in Fulda, als nachhaltiger Nachbarschaftsladen mit Öko-Charakter.

Augenscheinlich wird das unter anderem durch das viele verbaute Holz, das innen wie außen einen „warmen“ Eindruck vermittelt. Zusammen mit der insektenfreundlichen Dachbegrünung aus Wildblumen und Gräsern will der Lebensmittelhändler auf diese Weise seinen Anspruch als Bio-Pionier einmal mehr unterstreichen.

Schnell und unkompiziert einkaufen

Mit dem im November 2020 eröffneten digitalen Selbstbedienungsladen setzt Tegut auf ein Versorgungskonzept „um die Ecke“. Der kompakte Laden mit einer Verkaufsfläche von 50 Quadratmetern will dabei die Vorzüge eines modernen Nahversorgers mit den Lebensgewohnheiten der Menschen und der Technik des 21. Jahrhunderts verbinden, die einen schnellen und unkomplizierten Einkauf rund um die Uhr möglich macht. 

Zugang per App oder Karte

Der Zutritt wie der Einkauf laufen komplett über die Teo-App, die sich der Kunde vorab auf sein Smartphone geladen hat. Um den Laden betreten zu können, hält man seinen persönlichen Zugangs-QR-Code aus der App unter den Scanner neben dem Eingang. Mit der Kamera des Smartphones scannt der Kunde die Einkäufe direkt am Regal.
Digitalisierung
(Bild: imago images / Panthermedia)

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Wer seine Zahlungsdaten in der Teo-App hinterlegt hat, kann dann direkt in der App bezahlen oder aber einen QR-Code erzeugen und mit diesem seine Rechnung am Bezahlterminal per Giro- oder Kreditkarte begleichen.

Einkauf ohne App mit Karte

Der Kunde kann aber auch ohne App und Smartphone bei Teo einkaufen. Statt des Zugangscodes in der App scannt er dann am Eingang seine Giro- oder Kreditkarte, um in den Laden zu kommen. Dort kann er „normal“ einkaufen, die Produkte am Bezahlterminal scannen und dort per Karte zahlen.

Das Sortiment des Pilotmarkts umfasst 950 Produkte für den täglichen Bedarf. Rund 900 Artikel stammen aus den Bereichen Milch&Käse, Wurst&Fleisch, Obst&Gemüse, Kühl- und Tiefkühlprodukte, Pasta, Mehl, Gewürze, Getränke, Süßwaren, Salate und Snacks sowie Tabakwaren und alkoholische Getränke. Hinzu kommen die wichtigsten Haushaltswaren und Drogerie- und Hygieneartikel. Die Preise orientierten sich dem Handelsunternehmen zufolge eher an normalen Supermarktpreisen als an denen von Tankstellen.

Praktische Extras integriert

In den Kleinstmärkten bietet Tegut seinen Kunden aber nicht nur das ausgewählte Supermarktsortiment, sondern hat in den zu 95 Prozent aus Holz bestehenden Pavillon auch noch praktische Extras wie etwa gemütliche Sitzgelegenheiten, eine Fahrradwerkstatt, eine Bücher-Tauschbörse und einen Hunde-Rastplatz integriert. Anregungen, welche Ausstattung und Services die Kunden sich an der Mini-Filiale noch vorstellen können, sind laut Handelsunternehmen ausdrücklich erwünscht.
„Das, was ich brauche. Da, wo ich es brauche. Dann, wann ich es brauche.“
Sören Gatzweiler
„Das Konzept ermöglicht Einkaufen ohne Planung, Anfahrtswege, Zeitverlust und ist damit die stationäre Antwort auf Onlineshopping: Das, was ich brauche. Da, wo ich es brauche. Dann, wann ich es brauche“, erläutert Sören Gatzweiler die Idee zu diesem neuen Ladenkonzept, die er zusammen mit einer Projektgruppe in der Tegut-Zentrale in Fulda entwickelt hat.
„Wir reagieren mit diesen völlig neuen Shops auf die veränderten Konsum-, Lebens- und Arbeitsgewohnheiten der Menschen und deren Bedürfnisse. Sie müssen ihre Einkäufe nicht mehr bis ins Detail aufwändig planen und überlegen, wann fahre ich zum Supermarkt – vor der Arbeit oder danach?“

Urbane Zwischenräume nutzen

Bis Mitte 2021 will das Unternehmen vier bis fünf weitere Teos im Raum Fulda eröffnen, langfristig plant der Händler rund 300 Kleinstmärkte deutschlandweit. Geeignete Standorte sind „urbane Zwischenräume“, denn: „Mit ihrer kompakten Größe von gerade einmal 50 Quadratmetern passen die Läden optimal dorthin, wo der klassische Supermarkt zu groß ist: In Neubaugebiete, vor öffentliche Einrichtungen wie Kliniken und Universitäten, an Verkehrsknotenpunkte, auf Firmengelände und so weiter“, wirbt Gatzweiler.

„Durch die Standorte sind die Menschen wesentlich flexibler und können ihren Einkauf in Zwischenräume ihres Tagesablaufs legen, zum Beispiel auf Arbeits-, Schul- und Freizeitwege. Und das quasi rund um die Uhr.“ 

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