Fleisch Corona hemmt den Appetit

Mittwoch, 22. Juli 2020
Immer mehr Menschen hinterfragen auch aus ethischen Gründen ihren Fleischkonsum.
Foto: imago images / IPON
Immer mehr Menschen hinterfragen auch aus ethischen Gründen ihren Fleischkonsum.

Der Fleischverbrauch in der EU geht merklich zurück. Das trifft vor allem Schweinefleisch. Aber auch Rind- und sogar Geflügelfleisch verlieren an Beliebtheit.
Der Lockdown während der Corona-Pandemie sowie der zeitweise Wegfall des Außer-Haus-Verzehrs werden in diesem Jahr zu einem spürbar geringeren Fleischverzehr in der EU führen. Die EU-Kommission veranschlagt das Minus in den 27 Mitgliedstaaten im Vergleich zu 2019 auf 844.000 t oder 2,3 Prozent bei einem Gesamtverbrauch von 36,59 Mio. t. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch dürfte von 67,1 kg um 1,7 kg auf 65,4 kg zurückgehen. Dies wäre der niedrigste Wert seit 2015.
Schweinehälften - Kühlhaus - BU Versorgungsbilanz 2019
(Bild: jus)

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Von dem erwarteten Konsumrückgang sind alle Fleischsorten betroffen. Mit der stärksten Einbuße im Vorjahresvergleich rechnen die Marktexperten bei Schweinefleisch mit einem Rückgang von 3,0 Prozent auf 29,6 kg pro Kopf. Damit würde erstmals die Marke von 30 kg unterschritten. Zudem wird bei Rindfleisch ein Verbrauchsminus je EU-Bürger von 2,7 Prozent auf 10,4 kg und beim bisher prosperierenden Geflügelfleisch eine Abnahme von 1,9 Prozent auf 24,0 kg prognostiziert.

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Neben dem Corona-Einfluss spielt laut EU-Kommission für den Verbrauchsrückgang auch die geringer erwartete Fleischerzeugung eine Rolle. Die in den Schlachtunternehmen der EU produzierte Menge soll 2020 mit 43,80 Mio. t um 0,6 Prozent unter dem Vorjahreswert liegen. Zudem wird mit einem Rückgang der Fleischimporte um 8,7 Prozent auf 1,43 Mio. t sowie einem Anstieg der Exporte um 5,1 Prozent auf 8,64 Mio. t gerechnet. Allein die Schweinefleischerzeugung soll gegenüber 2019 leicht zunehmen, und zwar um 0,5 Prozent auf 23,07 Mio. t. Bei Rindfleisch wird hingegen bei rückläufigen Tierbeständen ein Produktionsrückgang von 1,7 Prozent auf 6,89 Mio. t und bei Geflügelfleisch einer von 2,0 Prozent auf 13,23 Mio. t vorhergesagt.

Die EU-Kommission erwartet, dass sich die Geflügelschlachter im weiteren Jahresverlauf mit einer geringeren Erzeugung auf die abnehmende Nachfrage in der EU und auf die eingetrübten Exportmöglichkeiten in Drittstaaten einstellen werden.
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