Fleischqualität Gutes hat seinen Preis

Sonntag, 14. Oktober 2018
Viele Fachgeschäfte stellen fest: Kunden, die Fleisch kaufen, wollen wissen, woher die Tiere stammen oder welches Futter sie bekommen haben.
Foto: wi
Viele Fachgeschäfte stellen fest: Kunden, die Fleisch kaufen, wollen wissen, woher die Tiere stammen oder welches Futter sie bekommen haben.
Themenseiten zu diesem Artikel:

Tierwohl Regionalität Trends


Verbraucher achten auf Regionalität, Nachhaltigkeit und Tierwohl.

„Deutschland, wie es isst“ – unter diesem Titel gibt der aktuelle „Ernährungsreport“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) interessante Einblicke in das Konsumverhalten der Bevölkerung. Darüber kann sich insbesondere das Fleischerhandwerk freuen: Allen vegetarisch-veganen Strömungen zum Trotz kommen bei knapp einem Drittel der Befragten weiterhin täglich Fleisch und Wurst auf den Tisch. In ihrer Kaufentscheidung sind die Kunden durchaus anspruchsvoll.

Höherer Preise werden von Kunden akzeptiert

Laut der BMEL-Studie spielen bei tierischen Produkten zunehmend Kriterien wie regionale Herkunft und Zuchtbedingungen eine Rolle. Eine große Mehrheit der Befragten wäre bereit, mehr für Lebensmittel zu bezahlen, wenn die Tiere besser gehalten würden, als es die Gesetze vorschreiben. Trends, die an der Theke vor Ort spürbar sind, wie Fleischermeister Günther Egeler aus Ammerbuch-Reusten bestätigt: „Es wird heute viel bewusster eingekauft. Unsere Kunden wollen wissen, woher die Tiere stammen oder welches Futter sie bekommen haben. Da wir mit unseren regionalen Lieferanten seit vielen Jahren persönlich zusammenarbeiten, können wir sicher sein, dass kein Genfutter und auch kein Soja aus Südamerika verwendet wurde.“ Dafür greife der Verbraucher gern etwas tiefer in die Tasche.

Ähnlich sieht man es auf Erzeugerseite. Seit jeher verstehe man sich als „Pionier hinsichtlich Regionalität, Tierwohl, Freiheit von Gentechnik und Medikamenteneinsatz“, erklärt der Gründer und Vorsitzende der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH), Rudolf Bühler. „Die Verbraucherschaft verlangt das heutzutage. Diese Trends sind mit einem neuen Werteverständnis verbunden, ausgehend von dem Begriff ‚Heimat‘.“ Die „natürliche und historische Partnerschaft zwischen Bauern und Fachmetzgereien“ sei dabei von Vorteil für beide Seiten, denn „auch die Fachmetzgerei kann nur überleben, wenn sie hochwertiges Fleisch aus bekannter bäuerlicher Herkunft anbietet und nicht anonymen Rohstoff vom Handel oder den großen Fleischkonzernen“.

Metzgermeister mit eigener Rinderherde

Metzger Günther Egeler, der 2017 auf der Stuttgarter Süffa von den Fachmedien afz – allgemeine fleischer zeitung und Fleischwirtschaft als „Persönlichkeit des Jahres“ ausgezeichnet wurde, hält eine kleine Herde von Hinterwälder-Rindern, eines kleinrahmigen Landschlags aus dem Schwarzwald.

Neben einem Beitrag zum Erhalt der gefährdeten Nutztierrasse steckt dahinter ein Naturschutzgedanke: „Diese Tiere sind an Hanglagen angepasst. Sie hinterlassen keine tiefen Tritte und fressen Gräser, die andere Rinder nicht anrühren.“ Bei der Verarbeitung liegt Egeler „aus Respekt vor dem Leben“ die vollständige Verwertung der Tiere am Herzen. „Das ist ja sinnvoll, wenn schon ein Tier stirbt.“

Besonders wichtig sei auch, „dass die Erzeuger selbst den Transport zur Schlachtung übernehmen. So entsteht für die Tiere weniger Stress, was sich nicht zuletzt in der Fleischqualität niederschlägt.“ Ähnliches gelte für die Arbeit im genossenschaftlich betriebenen Gärtringer Schlachthof, wo hohe Tierwohl- und Hygienestandards herrschten. „Das alles können wir im Laden kommunizieren. Bislang hat es sich ausgezahlt, dass wir diesen Weg gegangen sind.“

Gütesiegel: Süffa-Qualitätswettbewerbe

Ein Marktplatz für Qualität im besten Sinne ist die Fachmesse Süffa, Branchentreff für das Fleischerhandwerk und die mittelständische Industrie in Deutschland und im angrenzenden Ausland. Die Auszeichnungen bei den Süffa-Qualitätswettbewerben gelten als anerkannte Gütesiegel.
Süffa - QualiWettbewerb 2018
(Bild: pgö)

Mehr zum Thema

Süffa-Qualitätswettbewerbe Maronen, Nüsse und Schokolade



Hier geht es weiter zum Themenkanal Süffa.

Das könnte Sie auch interessieren
stats