Jubiläum Sattmachen reicht nicht

Montag, 21. Dezember 2020
Setzen als vierte Generation die Akzente: die Fleischermeister Günter und Angelika Geue.
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Setzen als vierte Generation die Akzente: die Fleischermeister Günter und Angelika Geue.

Auch wenn vor 125 Jahren die Welt im Sauerland noch ganz anders aussah und Landwirtschaft und Handwerk in Arnsberg die Wirtschaftsstruktur prägten, so spielten in den Gründerjahren der Fleischerei Geue im dörflichen Umfeld guter Geschmack und festlicher Genuss eine wichtige Rolle.

Die vierte Generation ist nun am Ruder, und inzwischen gibt es mehr potenzielle Kunden als im vergangenen Jahrhundert, die es zu begeistern gilt. Der Genuss und die Vielfalt stehen im Jubiläumsjahr im Mittelpunkt. „Das Sattmachen allein reicht den Kunden nicht“, schildern die Inhaber Günter und Angelika Geue – beide Fleischermeister – die hohen Ansprüche, mit denen die Kundschaft in das vor zwei Jahren komplett umgebaute Geschäft kommen.

„Über Jahrzehnte waren die Gastronomie und Hotellerie unsere stärksten Kundengruppen, auch Lieferungen zu Familienfeiern und Festen aller Art spielten eine große Rolle“, erläutert das Fach-Ehepaar. Doch seit ein paar Monaten hat sich die Struktur deutlich gewandelt. Der Umbau von Theke und Warenpräsentation erwies sich deshalb im zurückliegenden Jahr als eine gelungene Weichenstellung.

Das Kundenaufkommen bleibt weitgehend auf demselben Niveau. Wer nicht durch die Begrenzung der Personenanzahl im Laden längere Zeit vor dem Geschäft warten will, kann sich den Einkauf liefern lassen. Die aktuellen Umstände brachten auch neue Kunden in das Fachgeschäft, etliche fanden den Weg zu Geue wieder zurück. „Das war die positive Überraschung, auf die wir uns ebenfalls schnell eingestellt haben“, sagt Günter Geue. Dass darüber hinaus der Durchschnitts-Bon je Kunde spürbar in die Höhe ging, freut die Familie umso mehr.

„Wir haben jetzt einen Kundentyp, der nicht nur mit einer Bestellung oder einem Einkauf zur Fleischerei findet, sondern gleich noch ein paar Fragen mitbringt“, beschreibt Angelika Geue den aktuellen Trend. Dabei gilt das Informationsbedürfnis in erster Linie der Herkunft und Haltung der Tiere. Der Einsatz von Zusatzstoffen in der breit gefächerten Wurstpalette ist ebenfalls ein Thema. „Uns ist es recht, wenn wir danach gefragt werden und durch Service, Kompetenz und Geschmack punkten können“, sagen die beiden. Das Schweinefleisch, das in der Auslage präsentiert wird, stammt zu 100 Prozent von Bauer Heiner Korte aus Menden, der seine Tiere so artgerecht wie möglich aufzieht, ein Teil für die Wurstherstellung stammt aus ortsnaher Aufzucht und Schlachtung. Das Rindfleisch aus dem Münsterland wird von Kempa aus Unna bezogen.

So groß der Servicegedanke geschrieben wird, beugt er sich doch der Familien-Tradition: „Der Mittwochnachmittag bleibt bei uns geschlossen.“ Dafür ist am Freitag durchgehend bis in den frühen Abend geöffnet. Die Renner in der Mittagszeit sind dann das Brötchen mit Prager Schinken und Kraut sowie frische Salate. Auch die abwechslungsreiche Palette der Mittagmenüs findet in Portionsschalen ihren Weg zum Kunden.

Insgesamt sind 13 Mitarbeiter bei Geue beschäftigt, sechs davon in der Produktion, wo auch ein Fleischerlehrling ausgebildet wird. Besonders stolz ist die Familie Geue auf die zahlreichen Pokale, Goldmedaillen und Siegerurkunden, die sie bei Qualitätswettbewerben errungen hat. Diese „Goldstücke“ unter den Produkten wurden während der Jubiläumswoche fertig verpackt in einer Tüte zum Sonderpreis angeboten. Da die geplante große Feier entfallen musste, gab es für die Kunden Einkaufsgutscheine zu gewinnen.

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