Kongress Gesund, hip und fancy

Mittwoch, 28. August 2019
Der Erfolg des Snack-Segments ist Indikator für eine sich verschiebende und flexiblere Arbeitswelt sowie zunehmende Single-Haushalte in deutschen Städten.
Foto: Felix J. Holland
Der Erfolg des Snack-Segments ist Indikator für eine sich verschiebende und flexiblere Arbeitswelt sowie zunehmende Single-Haushalte in deutschen Städten.

Snacking liegt in Deutschland voll im Trend: Der Erfolg der Minimahlzeit ist Indikator für flexiblere Arbeitsbedingungen und zunehmende Single-Haushalte. Doch welche Herausforderungen muss der Markt meistern? Der Fachkongress snack'19 der dfv Conference Group im Wiesbadener Rhein Main Congress Center lieferte Antworten liefern.
von Christian Preußer, food-service

Unter dem Motto "Kleine Mahlzeiten, großer Anspruch: Gesund. Lecker. Instagrammable." startete das zweitägige Fachevent mit Bernd Biehl (Lebensmittel Zeitung), Boris Tomic (foodservice) und Burkart Schmid (gv-praxis) und einem Überblick über die Entwicklungen und Herausforderungen im Snack-Markt: Der Einzelhandel profitiere immens von Snack-Angeboten, berichtete Biehl, Mitglied der Chefredaktion der "Lebensmittel Zeitung". Kleine Mahlzeiten, wie etwa ein warmes Leberkäs'-Brötchen an einer heißen Theke erhöhten die Frequenz in den Supermärkten und trieben die Rechnung des Einkaufes in die Höhe.

Umsatzbringer in allen Segmenten

"Snacks sind Allrounder und damit eine wichtige Umsatzsäule in der Gemeinschaftsgastronomie", erklärte Burkart Schmid, Chefredakteur der gv-praxis, den rund 200 Zuhörern. Als Beispiel für die zunehmende Bedeutung des Segments präsentierte er die neue Konzeption der Compass Group: "Deli Bread". Das Konzept im Industriepark Höchst kommt als Backshop daher und fokussiert sich auf belegte Brötchen und andere frische Backwaren zum Mitnehmen.

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Konsumgewohnheiten Heißhunger auf hippe Happen

foodservice-Chefredakteur Boris Tomic kennzeichnete den Erfolg des Snack-Segments als Indikator für eine sich verschiebende und flexiblere Arbeitswelt sowie zunehmende Single-Haushalte in deutschen Städten. Damit ein Snack erfolgreich sein kann, muss er "gesund, hip und fancy" sein, sagte er. Als Beispiele für erfolgreiche Modelle führte er die Fast-Casual-Konzepte Beets & Roots und Frittenwerk an.

Mentale Mehrwerte gefragt

Trendforscherin Julia Büchel präsentierte verschiedene Innovationen des Marktes. Foodbowls, Smoothies und Salate gelten als besonders populär bei jungen Menschen. "Gesund muss es sein, doch darf der Genuss nicht zu kurz kommen", erklärte sie. Zutaten wie Ingwer oder Kurkuma seien derzeit besonders angesagt. Gesunde Faktoren müssen als "Image Booster" betrachtet werden. Im Auge sollte man zudem Snacks behalten, die einen mentalen Mehrwert versprechen – eine "IQ-Schokolade" wurde hier etwa präsentiert.
Als Best-Case-Beispiele dienten am ersten Morgen des Kongresses "Poke Deutschland" und "Caffezza": Poke, ein Trend aus den USA, hat längst in Deutschland Einzug gehalten. Die frischen, gesunden und individuell zusammengestellten Salate seien bei jungen Verbauchern angesagt – nicht zuletzt auch, weil sie sich in den sozialen Medien sehr gut darstellen lassen.

Snack-Barometer 2019

Pünktlich zum Snack-Kongress erscheint das Snack-Barometer 2019. Es enthält die Ergebnisse einer repräsentativen Online-Befragung von 1.200 Männern und Frauen im Alter zwischen 14 und 65 Jahren, die im Auftrag der afz – allgemeine fleischer zeitung und der ABZ – Allgemeine Bäcker-Zeitung (beide dfv Mediengruppe) das Snackverhalten der Deutschen unter die Lupe nimmt.

Und die Verbraucher snacken gerne: 65 Prozent kaufen sich mindestens einmal pro Woche, 13 Prozent sogar täglich einen Snack. Für ein Drittel der Befragten ist der Snack mittlerweile mehr als die Antwort auf den kleinen Hunger zwischendurch, er übernimmt immer mehr die Rolle eines Mahlzeitenersatzes.

Die Studie Snack-Barometer 2019 ist erhältlich zum Preis von 249 Euro. Folgen Sie diesem Link.
Cold Brew Coffee setzt sich langsam auch in Deutschland durch: Jan Fricke stellte Caffezza vor, eine Kaffee-Limonade, die mit Kirsche, Orange und Ingwer verfeinert wird. Innovationen seien im Snack-Markt wichtig. "Außerdem muss die Kommunikation rund um das Produkt stimmen", ist Fricke überzeugt.

Trend Shoppen und Snacken

Zum Abschluss des ersten Themenblocks referierte Konzeptentwickler Pierre Nierhaus über verschiedenste Entwicklungen im internationalen Snack-Markt: Shoppen und Snacken wird zunehmend verbunden. Ein Trend, dem man nun etwa auch mit "Foodtopia" in Frankfurt gerecht werden will. "Die Menschen verlangen nach einer Story hinter dem Produkt", so Nierhaus. Auch müsse der Erlebnis-Faktor berücksichtigt werden. "Das Wichtigste ist das Detail", gab er den Anwesenden als Hinweis mit auf den Weg.
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