Metzgerei-Neugründung Sommelière erobert die Kleinmarkthalle

Donnerstag, 11. April 2019
Mit der Gründung ihrer Metzgerei im kulinarischen Bauch der Mainmetropole ist der 42-jährigen Inhaberin Anna Satvary der beabsichtigte Brückenschlag zwischen der Tradition und der Zukunft gelungen.
Foto: wi
Mit der Gründung ihrer Metzgerei im kulinarischen Bauch der Mainmetropole ist der 42-jährigen Inhaberin Anna Satvary der beabsichtigte Brückenschlag zwischen der Tradition und der Zukunft gelungen.
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Kleinmarkthalle


Die Eröffnung passt zum Frühlingsbeginn. Mit der jetzt in Frankfurt gegründeten Fleischerei Else Kalbskopp strebt Inhaberin Anna Satvary mehr Nachhaltigkeit an.
Schon ein paar Jahre stand Anna Satvary auf der Warteliste für einen der begehrten Stände in der Frankfurter Kleinmarkthalle. Doch die Geduld lohnte sich. Jetzt eröffnete die aus der in der Mainmetropole heimischen Fleischerdynastie Gref-Völsings stammende Meisterin ihre eigene Metzgerei und gab ihr den Namen „Else Kalbskopp“.

Mit dieser Firmierung beweist sie Familiensinn, Konzeptdenken und zugleich Marketingtalent. Denn der Name ist keineswegs erfunden, sondern geht auf die Besitzerin jenes Hauses zurück, in dem einst ihre Ur-Ur-Großeltern Karl Gref und Minna Völsing ein Unternehmen gründeten, das bis heute über die Grenzen der Stadt hinaus für seine legendäre Rindswurst bekannt ist. Dort arbeitete Satvary, bis sie jetzt ihren Traum von der eigenen Metzgerei verwirklichte, deren Logo sie den Zusatz „Tradition mit Zukunft“ verpasste. Er ist die Richtlinie für ihr nachhaltiges Konzept: Fleisch mit hohem Genusswert von artgerecht aufgezogenen Tieren, regionale Produkte und weitgehender Verzicht auf umweltbelastende Verpackungen.
„Fürs Erste habe ich ein Grundsortiment ausgesucht. Nun werde ich sehen, was gefragt ist und darauf reagieren. “
Anna Satvary
Diesen Anspruch nutzt die Gründerin ebenso wie die namensgebende Familienhistorie recht clever als Argumente im Marketing. Außerdem sattelte die Meisterin und gelernte Köchin bei ihrer Kompetenz noch einen drauf, indem sie publik machte, dass mit ihr und ihrem Mitarbeiter Akiwa Heller zwei Fleisch-Sommeliers hinter der Theke des nur wenige Quadratmeter großen Ladens in der Kleinmarkthalle stehen. Der Beweis dafür sind die vorläufig an die Seitenwand geklebten Kopien der beiden Urkunden, die später durch die gerahmten Originale ausgetauscht werden sollen.
Plakat zur Eröffnung.
Foto: Satvary
Plakat zur Eröffnung.
Je besser die Haltung von Tieren, umso schmackhafter das Fleisch. Das wussten die Chefin und ihr Mitarbeiter schon längst. Was und wie sie jedoch aus dem hochwertigen Rohstoff noch mehr herausholen können, eigneten sie sich im ersten hessischen Lehrgang für Fleisch-Sommeliers an, wie ihn die Handwerkskammer Rhein-Main in Kooperation mit der Fachschule Heyne in Weiterstadt durchführte. Dort holten sie sich das innovative Know-how über Cuts, Zubereitungen und die Verwendung von Gewürzen. Das alles zählt für die Chefin ebenso zur Orientierung am traditionellen Handwerk – inklusive der möglichst vollständigen Verwertung, die sie den Kunden mit bodenständigen Gerichten im Mittagstisch schmackhaft macht.

Ein „Rezeptbuch“ für Gründung und Nachfolge finden Sie in unserem „Handbuch für Macher“.
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