Reizthema Verpackung Kompostierbares für Kostbares

Freitag, 28. Juni 2019
Nicht mehr aus Plastik, sondern aus zertifizierter Zellulose sind die neuen Warmhalteschalen, in denen Fachverkäuferin Christa Weber die Mittagsgerichte ausgibt. Das Konzept kommt bei den Kunden prima an.
Foto: mkt
Nicht mehr aus Plastik, sondern aus zertifizierter Zellulose sind die neuen Warmhalteschalen, in denen Fachverkäuferin Christa Weber die Mittagsgerichte ausgibt. Das Konzept kommt bei den Kunden prima an.

Die Metzgerei Riegger in Elzach ersetzt in ihren drei Verkaufsstellen Zug um Zug die Menüschalen aus Plastik durch Behälter aus nachhaltigem Material.

von Kurt Meier

Das Vermeiden von Plastikmüll ist eines der wichtigsten Umweltziele dieser Tage. Dazu können alle beitragen. Die Metzgerei Riegger aus dem Schwarzwald geht mit gutem Beispiel voran: Sie gibt – vorerst nur im Stammhaus in Elzach, bald aber auch in ihren Filialen in Kollnau und Freiburg – die Warmgerichte in umweltfreundlichen Behältern aus.

„Der Grundstoff für die Schalen aus Bio-Zellulose ist Holz“, erläutert Hans-Peter Riegger. Sie sind damit ein reines Naturprodukt: biologisch abbaubar und daher kompostierbar. Nach der Verwendung können sie problemlos in der Bio-Tonne, auf dem Kompost oder im Hausmüll entsorgt werden.

Zudem weisen sie sogar bessere Eigenschaften bei der Wärmedämmung auf als die bisher verwendeten Plastikbehälter, sind jedoch ebenso mikrowellentauglich. Zum Einsatz kommen die neuen Behältnisse in mehreren Versionen: als Ein-, Zwei- und Dreikammerschalen sowie als halbe GN für die bei den Kunden beliebten Grillpakete. Jüngst gab es allerdings bei den Schalen mit der Dreier-Unterteilung einen Lieferengpass. Deshalb musste auch am Stammsitz auf die noch vorhandenen Altbestände aus Plastik zurückgegriffen werden, wie sie bis zur kompletten Umstellung noch in den Filialen aufgebraucht werden.

Mehrwegdosen Stepanek
(Bild: Stepanek)

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Für das Verschließen der Zellulose-Schalen dauerte die Erprobungsphase zwar etwas länger, ist jetzt jedoch ebenfalls abgeschlossen. Gerade bestellte Riegger bei seinem Stammlieferaten Bunzl in Marl die Siegelfolie „nature guard“, so dass künftig alle Mahlzeiten tatsächlich nachhaltig verpackt sind. Immerhin gehen in den drei Verkaufsstellen täglich rund 200 Essen raus.

„Wir wollen so weit wie möglich weg von Plastik- und Aluverpackungen“, sagt Riegger, auch wenn die Kosten für das ressourcenschonende Verpackungsmaterial wesentlich höher liegen als für die bisher verwendete Schalen. „Das nehmen wir in Kauf“, versichert der Meister. Er hat bereits weitere Pläne: „Wir testen derzeit große stabile Papiertüten als Ersatz“. Nur für die hitzebeständigen Schalen, in denen die Metzgerei die vorzugsweise zum Wochenende recht gefragten ofenfertigen Gerichte ausgibt, fand er bislang noch keine geeignete Lösung, doch er will auf jeden Fall dranbleiben.

afz und „Fleischwirtschaft“ veranstalten zum Reizthema Verpackung „Produktschutz oder Plastikflut“ am Donnerstag, den 5. September ein Forum in Quakenbrück. Weitere Infos zum Programm finden Sie hier.

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