Snacks Marge zum Mitnehmen

Freitag, 23. November 2018
Das To-go-Geschäft bringt Metzgern eine gute Marge. Diese Kunden kauft einen Schwaben-Burger bei der Albmetzgerei Steinhart.
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Das To-go-Geschäft bringt Metzgern eine gute Marge. Diese Kunden kauft einen Schwaben-Burger bei der Albmetzgerei Steinhart.

Am appetitlich hergerichteten Schnitzel-Sandwich ist meist mehr verdient als am schieren Schnitzel aus der Fleischtheke. Und ein Burger bietet stets mehr Marge als bloßes Rinderhackfleisch. Unser Beitrag beschreibt, was der Erfolg im Snackgeschäft alles braucht und was ihn ausmacht.

Der entscheidende betriebswirtschaftliche Grund für den Ausbau von Metzgerimbiss und Snackgeschäft ist die Wertschöpfung. Denn: To-go-Artikel rechtfertigen im Vergleich zu den Erzeugnissen in der Kühltheke immer ihren höheren Preis. Gleichzeitig erfordern sie nicht den Zeit- und Personalaufwand, der etwa für die Zubereitungen im Geschäftsbereich Partyservice anfällt.

Snack und Standort

Snack braucht Kundenfrequenz. Wo viele Menschen zu Fuß unterwegs sind, werden auch viele Imbisse verzehrt. Damit wir diese Kunden erreichen, muss es schnell gehen. Die verzehrfertige, also meist warme Präsentation der Imbisse, lockt den To-go-Kunden. Alternativ kann gekühlte Frische demonstriert werden und ein schnelles Erwärmen erfolgen. Durch einen Straßenverkauf verspricht das Angebot einen zusätzlichen Zeitgewinn für den eiligen Kunden. Bei gekühlten Imbissen entsteht dieser To-go-Effekt, wenn Sandwiches und belegte Brötchen verzehrfertig sind. Wichtig für To-go: die Verpackung, damit das Essen mit einer Hand problemlos und kleckerfrei erfolgen kann.

Tipp: Besuchen Sie die Food-Courts von Großstadtbahnhöfen und in Einkaufszentren. Hier sind die Mieten hoch, und deshalb halten sich in diesen teuren Lagen nur die absolut erfolgreichen Snack-Anbieter.

Praxisbeispiele: Dean and David, Metzgerei Zeiss

Snack und Präsentation

Nur was ständig abverkauft wird, sollte warm präsentiert werden. Denn: Frikadelle, Schnitzel und Fleischkäse werden in der heißen Theke nicht schöner! Für Besonderheiten und hochwertige Imbisse ist die gekühlte Präsentation besser geeignet. Der Fleischerimbiss muss mit seinen Angeboten stets Frische demonstrieren. In der Metzgerei Klingler im schwäbischen Fellbach erfolgt das u. a. durch die gekühlte Präsentation von fertigen Hamburgern, die dann erwärmt werden. Ein lohnendes Beispiel für die edle Präsentation gekühlter Imbisse ist ebenso der Filialist Butter Lindner mit Filialschwerpunkten in Berlin und Hamburg.
Eine Wurstmacher-Show bringt die Genusszentrale Wenisch in das Ladengeschehen ein.
Foto: Aichinger
Eine Wurstmacher-Show bringt die Genusszentrale Wenisch in das Ladengeschehen ein.
Tipp: Besuchen Sie die Verzehrstationen neuer Rewe- und Edeka-Center. Hier gibt es viel zu sehen, was zum Nachmachen lohnt.

Praxisbeispiele: Metzgerei Klingler, Lindner Esskultur

Snack und Handwerk

Fleischer müssen sich von anderen Snackanbietern deutlich sichtbar durch Handwerk und demonstrierte Frische absetzen. Dieses Handwerk soll der Kunde mit allen Sinnen erleben. Imbisse in erkennbarer Metzgerqualität sind einfach erfolgreicher. Lust auf Frikadelle entsteht etwa, wenn diese im rückwärtigen Imbissbereich gebraten werden. Lust auf Fleischkäse entsteht bei einem frisch gebackenen, weniger bei einem warm gemachten Fleischkäse.

Tipp: Auch in der Namensgebung der Imbisse können wir die handwerkliche Herkunft werblich hervorheben: „Metzger-Frikadelle“ oder „Schnitzelsandwich Metzgerqualität“.

Praxisbeispiele: Kerschers Imbiss, Metzgerei Walk

Snack und Regionalität

Die uniformen Hamburger-Filialisten haben wohl ihren Zenit schon überschritten. Viele Kunden kaufen dort eher aus der Not als aus Appetit heraus. Schön hingegen, wenn der Imbiss ein Stück Heimatgefühl transportiert. Im Schwabenland ist die Maultasche so ein Imbiss – und der wird beim „Schwaben-Burger“ der Albmetzgerei Steinhart in einen „Laugenweck“ gesteckt, dazu gibt es noch knackigen Salat und hausgemachte Barbecue-Sauce. Starke Leistungen in Sachen Inszenierung von Handwerk liefern mit den regionalen Bratwurst-Besonderheiten viele Metzger in Nürnberg, Coburg oder Thüringen.

Tipp: Übersetzen Sie die traditionellen Gerichte Ihrer Heimat auf Snack!

Praxisbeispiele: Albmetzgerei Steinhart, Bratwurst Röslei

Die Albmetzgerei Steinhart stellt im Namen die geografische und handwerkliche Zuordnung klar.
Foto: fg
Die Albmetzgerei Steinhart stellt im Namen die geografische und handwerkliche Zuordnung klar.

Snack und Erlebnis

Jeden Donnerstag ist in der „Genusszentrale“ der Straubinger Metzgerei Wenisch noch mehr los als sonst: Dann füllt Metzgermeister Mike Sperl, die rechte Hand von Stefan Wenisch, hinter der Theke frische Weißwürste. Die auf Hochglanz polierte Handfüllmaschine aus Edelstahl wird dabei zum Blickfang aller Genießer. An keinem anderen Wochentag werden so viele Weißwürste verkauft wie an diesem. Und am nächsten Tag läuft die gleiche Show – diesmal allerdings mit Bratwürsten, die anschließend direkt vor der Tür zur Genusszentrale gegrillt werden. Das Prinzip: Appetit auf Wurst durch die Wurstmacher-Show funktioniert ebenso mit einer „gläsernen Wurstküche“.

Tipp: Ein wenig Show muss sein! Und wenn es nur das Formen der Frikadellen vor Kundenaugen ist. Denn damit setzen wir uns von allen anderen Imbiss-Anbietern ab.

Praxisbeispiele: Fleischerei Zimmermann, Metzgerei Wenisch

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