Alte Bilder abklemmen

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Kommentar von Birgit Winterhalder-Spee zur Nachwuchswerbung

Viele Lehrstellen bleiben Leerstellen, titelte kürzlich ziemlich treffend das Hamburger Nachrichtenmagazin „Spiegel" in seiner Online-Ausgabe. Die nachfolgende Analyse des Ausbildungsmarkts weist unter den Bewerbern die Hauptschüler und -schülerinnen als Gewinner und Realschülerinnen als Verlierer aus. Auf der Ausbilderseite stehen die willigen Handwerksbetriebe auf recht verlorenem Posten und die Fleischer sogar völlig im Abseits.

Das ist - leider - nicht neu. Und es ist auch kein Wunder, weil die Vorstellungen über den Beruf trotz aller Bemühungen der Branche noch immer weit von der Realität entfernt liegen.

Bei der Nachwuchswerbung gibt der Deutsche Fleischer-Verband jetzt Gas. Von der Innung Vechta hat er die Domain „fleischerberufe.de" übernommen, die demnächst gebietsneutral getrimmt und ausgebaut wird. Dort werden dann auch die beiden interaktiven Berufsporträts für Gesellen und Fachverkäuferinnen eingestellt, die mit maßgeblicher Hilfe des DFV für das öffentliche „beerobi"-Portal des Bundesbildungsministeriums entstanden sind. Weitere Projekte hat der Bundesverband bereits realisiert und sogar noch Einiges im Köcher.

Werkzeuge zum Abklemmen falscher Vorstellungen sind vorhanden, werden aber nicht hinreichend genutzt. Kaum ein Fachgeschäft setzte bislang den Link zum „beroobi"-Clip mit dem Gesellen Sebastian auf seine Homepage oder sein Facebook-Profil.

Dabei muss sich jeder Ausbilder mehr denn je darüber im Klaren sein, dass sich die alte Rollenverteilung umdreht: Nicht die Schulabgänger müssen sich aktiv (um eine Lehrstelle) bewerben, sondern die Betriebe um die Lehrlinge.
Quelle: afz – allgemeine fleischer zeitung 37/2014
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