Branchenprofil braucht EU-weite Anerkennung
Renate Kühlcke

Branchenprofil braucht EU-weite Anerkennung

Dienstag, 04. Juni 2013

Kommentar von Renate Kühlcke

Fielmann, A.T.U. und Daimler Vertrieb sind die umsatzstärksten Handwerksbetriebe in Deutschland. Sie haben durchaus industrielle Strukturen, Filialnetze und Fremdgeschäftsführer. Sogar das Private Equity haben sie für sich entdeckt. Und doch zählen diese Großbetriebe organisatorisch zum Handwerk. Wen wundert es da, wenn selbst Wirtschaftspolitiker sich mit der Unterscheidung zwischen Handwerk und Industrie schwer tun?

Das Branchenprofil „Handwerk“ am Eintrag in der Handwerksrolle auszumachen, kann also nur ein Kriterium sein – vor allem wenn es um Abgrenzung in dem von Brüssel ausgehenden Lebensmittelrecht geht. Hier hat man erkannt, dass handwerklich hergestellte Lebensmittel etwas Besonderes sind und will dem auch mit Ausnahmeregelungen Rechnung tragen.

Der Internationale Metzgermeister-Verband legt mit dem Kriterienkatalog seinen 16 Mitgliedsverbänden eine Definitionsbasis vor. Danach sind die Eckpfeiler der handwerklichen Herstellungsweise eine geringe Arbeitsteilung, die Qualifikation der Produktionsmitarbeiter und eine in Kleinserien produzierte Sortenvielfalt. Das sollte EU-weit tragfähig sein.
Quelle: afz – allgemeine fleischer zeitung 23/2013
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