Fleischer-Bilanz: Mit handwerklichen Stärken ...
Fleischer-Bilanz

Mit handwerklichen Stärken und Flexibilität in die Zukunft

FRANKFURT Die Handwerksfleischer manövrieren ihre Unternehmen gut durch die Corona-Pandemie. Das zeigen die Ergebnisse des afz-Barometers für 2020.

Einschränkungen im öffentlichen Leben brachten zahlreichen Metzgereien einen unerwarteten und nicht abreißenden Kundenstrom nach dem Motto „gegessen wird immer“. Doch so einfach ist es nicht, und deshalb betrachtet sich das Fleischerhandwerk nicht als Krisengewinner. Auch wenn sich die Theke im Fachgeschäft vielerorts als starker Anker in stürmischen Zeiten bewährte, so erlitt mancher Meister mit anderen Vertriebskanälen wirtschaftlichen Schiffbruch. Die 2020er-Bilanz lautet „zwischen Boom und Totalausfall“.


Wer Kunden in Großküchen oder Betriebskantinen bedient, hat diese Erfahrung ebenso gemacht wie als Lieferant von Hotels, Restaurants und Imbissbetrieben oder Großevents wie beispielsweise Hafengeburtstag, Gäuboden- und Oktoberfest oder Cannstatter Wasen. Die Herausforderungen an die knapp 12.000 fleischerhandwerklichen Unternehmen zuzüglich ihrer gut 7.300 Filialen und den rund 137.000 Beschäftigten sind erheblich.
Der fortgesetzte Lockdown wird anstrengend, auch wenn es zu Lockerungen kommen sollte. Was sollten die Fleischer im Blick behalten? Die Analyse der Umsatz- und Kostenentwicklung ist wichtiger denn je. Der coronabedingte Wegfall des Catering- und Partyservicegeschäfts – mit Ausnahme des Sommers – legte nicht nur einen hohen Personaleinsatz offen, sondern auch unrentable Angebote. Die Kalkulation muss also zwingend „nachgeschärft“ werden.

Die Belieferung von Großküchen bleibt auch dann attraktiv, wenn Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser zum Kundenkreis zählen. Diese Einrichtungen müssen ihre Bewohner und Patienten unabhängig von Pandemien versorgen. Ebenso bietet sich eine Standortanalyse an. Wohin verlagern sich Kundenkreise, wenn mobiles Arbeiten bleiben wird? Ist eher eine Verkaufsfläche im Stadtviertel statt in der City anzustreben? Hinterfragen Sie das!

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 7/2021
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