Fleischmärkte: Solide Preise, solides Image
Sandra Sieler
Fleischmärkte

Solide Preise, solides Image

Dienstag, 25. August 2015

FRANKFURT Die Milchbauern gehen bereits für faire Preise auf die Straße, die Schweinehalter könnten bald folgen. Genau wie der Milchmarkt steckt auch der für Schweinefleisch in einer tiefen Krise – und das gleich auf zwei Ebenen.

Zum einen hakt’s im Absatz, was die Preise für Schlachtschweine in den Keller drückt. Darüber könnte sich der Fleischer eigentlich freuen. Langfristig allerdings ist ihm nicht geholfen, wenn sein Landwirt dem Kostendruck nicht mehr standhält und aufgibt. Hier stehen oftmals langfristige und vertrauensvolle Lieferbeziehungen auf dem Spiel.



Ein echtes Ärgernis für die Metzger sind aber die Ramschpreise der Supermärkte und Discounter. Mit ihren Lockvogelangeboten unterstützen sie das sich hartnäckig haltende Image von Billigfleisch von Tieren aus Qualzucht. Das Engagement der Branche für mehr Tierwohl wird damit ad absurdum geführt.

Die handwerklichen Fleischer haben aber zugleich einen unschätzbaren Vorteil in der Hand: Sie sind nicht Teil des Systems. Sie müssen sich nicht dem Druck anderer beugen, sondern können mit hochwertiger Ware und Fleisch aus tiergerechter Haltung zeigen, dass die Produkte aus dem Fachgeschäft ihren Preis wert sind.

Quelle: afz – allgemeine fleischer zeitung 35/2015
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