IFFA 2016: Echtes Erlebnis statt purer Pflich...
IFFA 2016

Echtes Erlebnis statt purer Pflicht

FRANKFURT Die IFFA, das ist wie sechs Schlachttage hintereinander, sagte uns ein Fachbesucher. Recht hat er, denn die Messe war einmal mehr ein ganz besonderer Marathon.

Es war eine fantastische Zeit. An Tagen wie diesen, muss man sich beeilen, um Schritt zu halten. Wer glaubte, sechs Tage seien zu viel des Guten, erkennt nach Veranstaltungsschluss, dass die Zeit kaum reichte. In Frankfurt werden die Trends gesetzt, die uns in den nächsten Jahren in der Produktionskette beschäftigen werden.


Die Leitmesse in der Mainmetropole war einmal mehr der Magnet, der Fleischer aus der ganzen Welt im Heimatland der Wurstkultur zusammenführte. Das war insbesondere am Marktplatz des Fleischerhandwerks erlebbar. Aus 143 Ländern strömten die Fachbesucher auf das Gelände. Neben Weltpremieren, Unternehmensbilanzen, Vertragsabschlüssen wurde deutlich, dass die IFFA bei aller Internationalität eben immer noch eine Fleischermesse ist.

In den Messehallen wurde dieser Eindruck einmal mehr bestätigt. Überall haben wir neben dem internationalen Publikum Meister mit Töchtern und Söhnen, Mitarbeitern oder auch allein angetroffen – mal mit konkreten Kaufabsichten, mal auf der Suche nach Innovationen und Lösungen fürs Handwerk, die die Arbeit erleichtern. Über die gute Stimmung in Handwerk und Industrie sowie unter den Ausrüstern, Maschinen- und Anlagenbauern sowie Dienstleistern berichteten wir bereits. Jetzt wissen wir, dass die zukunftsorientierten Betriebe den Puls der Technik in Frankfurt tatsächlich spürten.

Das Fleischerhandwerk hat zwar starke Konkurrenz in den Besuchergruppen erhalten. In der Öffentlichkeitsarbeit für das Berufsbild und das Image ist die Messe unschlagbar. Kein Tag verging in der Tagespresse ohne Berichte. Die IFFA schafft es, dass sich die großen Zeitungen des Landes sowie zahlreiche Hörfunk- und Fernsehsender selbst ein Bild von dem machen, wie Metzger und Fleischwarenhersteller arbeiten. Einige Branchenvertreter werden die Nase rümpfen, wenn die Frankfurter Rundschau titelt „Vorne Schwein rein, hinten Hamburger raus“. Doch genauso ist es in den Großbetrieben. Das Resümee von Autor Martin Brust „Was es auf der IFFA zu sehen gibt, ist von der Dorfmetzgerei so weit entfernt wie ein mit Holzvergaser betriebener Lanz-Schlepper aus den 30er-Jahren“ zeigt schlussendlich, dass sich das Berufsbild unserer Branche entscheidend und nachhaltig verändert hat.

Den Kontrapunkt dazu setzt der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) mit den internationalen Leistungswettbewerben. Während der Nachwuchs Spitzenleistungen zeigte, machten die sensorischen Prüfungen die meisterliche Qualität zahlreicher Produkte erlebbar. Rund 2.300 Fleischerzeugnisse und Würste wurden vor Ort und für jeden Beobachter einsehbar in einem großartigen Qualitätswettstreit getestet. Das weckte das Interesse vieler Redaktionen außerhalb der Fachpresse. So wird die IFFA auch zu einem Fürsprecher fleischerhandwerklicher Spezialitäten.

Außergewöhnlich ist auch hier der enorme Zuspruch aus dem Ausland. Zahlreiche Metzger sendeten Proben ihrer Produkte zur Bewertung ein, denn ein IFFA-Pokal vom DFV wertet das Produkt nicht nur auf, sondern beschleunigt die Vermarktung.

Die Leitmesse für die Fleischwirtschaft deckt frühzeitig Entwicklungen auf den weltweiten Märkten auf. Waren vor Jahren Russen und Chinesen auf Einkaufstour, so rüsten nun unter anderem Unternehmen in Indonesien, Südkorea, der Mongolei und Pakistan ihre Produktion aus. Selbst wenn es dabei nicht immer um die Wurst geht, so ist in Frankfurt das technische und technologische Know-how für die Verarbeitung gefragt.

Zu den Messesplittern gehört auch, dass sich in Deutschland ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland auf der IFFA über Trends informieren. Die meisten haben sich in ihrer Heimat erfolgreich selbstständig gemacht, verrieten sie uns. Das sollte uns Mut machen!

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