Investitionsklima: Trends bedienen und Erlebn...
Jörg Schiffeler
Investitionsklima

Trends bedienen und Erlebnisse schaffen

Dienstag, 03. Mai 2016

FRANKFURT In Kürze ist es soweit: Endlich startet die IFFA. Das ist gut so. Denn mit dem Ereignis des Jahres blickt nicht nur der Experte, sondern auch die Öffentlichkeit auf die Fleischwirtschaft. Schließlich gehört das Ernährungsgewerbe zu den größten Arbeitgebern der Republik.

Wenn Frankfurt für eine Woche zum Gastgeber von Fleischern aus der ganzen Welt wird, erhoffen sich die Fachbesucher Anregungen für das eigene Geschäft – egal ob fleischerhandwerklicher Betrieb oder Fleisch verarbeitender Großkonzern. Die IFFA steht als Weltleitmesse für Innovationen. Rund um den Globus werden Investitionen zurückgestellt, bis gesichert ist, wohin der Trend geht. Und der lässt sich in Frankfurt am Main überprüfen und bestätigen. Die gut 1.000 Aussteller präsentieren zahlreiche Innovationen. Es lohnt sich, sie alle anzusehen, auch wenn nur eine einzelne gute Idee in den eigenen Betrieb mitgebracht wird.


Von Deutschland erwartet sich das Fachpublikum Impulse für das erfolgreiche Schlachten, Zerlegen, Verarbeiten und Verpacken von Fleisch. Doch das ist nicht alles. Längst halten IT und Logistik sowie Automation und Digitalisierung Einzug in den großen und kleinen Betrieben der Fleischwirtschaft. Auch die Inszenierung von Geschmackserlebnissen und praktische Dienstleistungslösungen gehören zum Portfolio.

Lange waren die Vorzeichen für die wichtigste Messe der Branche nicht so positiv. Die Stimmung im Ernährungssektor und insbesondere unter Wurstfabrikanten und Metzgern ist gut. Zum einen kommt der Fleischgenuss nicht aus der Mode und zum anderen beflügelt die Tristesse an den Kapitalmärkten die Investitionslaune erheblich.Die Zeit ist jetzt reif dafür, Werte zu bewahren und für die nachfolgende Generation zu sichern. Wer jetzt nicht in das eigene Unternehmen investiert und es zukunftsgerecht aufstellt, verpasst einen günstigen Moment. Nicht nur weil IFFA ist, ist Durchstarten angesagt. Die Geldanlage bei Bank oder Sparkasse wirft kaum Rendite ab. Da ist jeder Euro gut angelegt, der den eigenen Besitz – Gebäude, Produktion und Verkauf – weiter aufwertet. Gleichzeitig stärkt dieses Investment das Unternehmen und die Position gegenüber der Hausbank, die inzwischen permanent unter dem Deckmantel von Basel II Auskunft zu Geschäfts- und Wertentwicklung sowie Zukunftsplänen einfordert.

Die Ergebnisse der 13. afz-Investitionsbefragung im Fleischerhandwerk zeigen eindrucksvoll, dass viele Betriebe genau das erkannt haben. In den vergangenen beiden Jahren investierten sie kräftig – und die Inhaber nehmen noch einmal durchschnittlich 171.300 Euro in den nächsten 24 Monaten in die Hand.

Die Modernisierung der Verkaufsflächen hat bei allem finanziellen Engagement oberste Priorität. Weitere Chancen sehen die Fleischermeister im Rindfleisch-Geschäft. Und das sehen sogar die großen Drei so: Tönnies, Westfleisch und Vion. Die Umsatzmilliardäre investieren ebenfalls in ihre Rindfleischsparten: Vion steht in Waldkraiburg in den Startlöchern, Westfleisch engagierte sich bereits am Gausepohl-Standort und Tönnies’ Planungen für einen neuen Rinderschlachthof laufen auf Hochtouren.

Ausgesuchtes Rindfleisch steht in der Gunst der Verbraucher hoch im Kurs. Das haben die Fleischer erkannt und liefern Lösungen. Der Trend wird durch den Hype von Dry-Aged-Beef-Qualitäten ebenso weiter befeuert, wie durch exklusive Zuschnitte vom Secreto bis zum Flanksteak. Dazu wird in Deutschland gern gegrillt – und das inzwischen das ganze Jahr. Die abgewandelte Variante nach US-amerikanischen Vorbild, das Barbecue, ist gesellschafts- und veranstaltungsfähig geworden. Zusätzlich trifft man sich im Freundeskreis gern ungezwungen in chicen wie trendigen Burgergrills. Sie schießen nicht nur wie Pilze aus dem Boden, sie sind konzeptionell allesamt meilenweit von den stereotypen Fastfood-Ketten entfernt.

Zur Bedienung dieser Trends braucht es passende Angebote. Nutzen Sie die Chancen!

Lesen Sie dazu auch den Beitrag "Fleischer in Investitionslaune" von Jörg Schiffeler.

Quelle: afz 18/2016
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