Kein Schutz vor Skandalen

Kein Schutz vor Skandalen

Kommentar von Renate Kühlcke zur Kennzeichnung der Fleischherkunft

Auf parlamentarischer Ebene wird der Herkunftskennzeichnung von Fleisch gewaltiges Potenzial bei der Vertrauensbildung zu geschrieben.

Nicht genug, dass ab April die Angabe der Herkunft für unverarbeitetes Fleisch Pflicht wird, für Kochschinkenwürfel auf der Pizza soll sie künftig ebenso gelten. Auch wenn sich die EU-Kommission noch keine abschließende Meinung über das weitere Vorgehen gebildet hat, als Maximalforderung bleibt dieses Anliegen im verbraucherpolitischen Raum als Konsequenz aus dem Pferdefleischskandal von vor zwei Jahren.

Keine Frage, technisch lassen sich heute nahezu alle Ansprüche an die Rückverfolgbarkeit darstellen, wie Beispiele aus der Praxis zeigen. Wer jedoch erwartet, so den nächsten Fleischskandal zu verhindern, irrt ganz gewaltig. Vor dem Betrug mit Pferdefleisch hätte keine noch so detaillierte Angabe der Herkunft geschützt.
Quelle: afz – allgemeine fleischer zeitung 8/2015
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