Mehr Wirbel um die Scheibe Brot

Mehr Wirbel um die Scheibe Brot

Kommentar von Birgit Winterhalder-Spee zum Tag des Butterbrots

Der jährliche Tag des Butterbrots, immer am letzten Freitag im September, ist ein Relikt aus CMA-Zeiten. Doch nach Zerschlagung der finanzstarken Absatzförderungsorganisation für Agrarprodukte fristet der 1999 aus der Taufe gehobene Aktionstag mittlerweile nur noch ein stiefmütterliches Dasein.

Schade. Die Bemme, Schnitte, Stulle oder das Bütterken hätten zumindest einmal im Jahr einen richtigen Wirbel um sie verdient. Denn sie gelten als urdeutsches Kulturgut, wenn auch mit bescheidenem Ansehen. Deshalb überrascht es ein wenig, dass einer aktuellen Umfrage zufolge jeder Deutsche im statistischen Schnitt stattliche vier Scheiben Brot pro Tag verspeist.

Aber im immer weiter boomenden Snackgeschäft dominieren absolut Brötchen und Baguettes. Die Gründe dafür liegen sprichwörtlich klar auf der Hand. Sie lassen sich nun mal besser schmieren und belegen als eine Scheibe Brot, die Optik ist wirkungsvoller. Verpacken, transportieren und das Essen selbst ist bequem durch den guten Halt des Belags zwischen den Hälften.

Aber auch Brot kann snack-technisch zelebriert werden. Die süddeutsche Kaffeehauskette Aran macht’s hochprofessionell und profitabel vor: Gäste wählen an der Kühltheke Aufstrich und Belag für ihre Riesenscheibe vom Holzofenbrot, der Service richtet die Minimahlzeit appetitlich an.
Quelle: afz – allgemeine fleischer zeitung 33/2014
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