Handwerksordnung: Nur der Meister ist eine Qu...
Handwerksordnung

Nur der Meister ist eine Qualitätsinstanz

Kommentar von Renate Kühlcke zum Handwerk

Die Aufregung um die Discounter-Wurst aus „Meiner Metzgerei“ ebbt nicht ab. Ist sie doch nur ein aktuelles Beispiel dafür, dass sich Großanbieter gern mit handwerklichen Attributen schmücken. Rufe nach Wettbewerbsschutz verhallen indes mit Blick auf die nüchterne Analyse des Ludwig-Fröhler-Instituts.

Die aus den 1950er-Jahren stammende Handwerksordnung bietet nur Schutz für die Berufsbezeichnung selbst, aber nicht für die Bezeichnung von Betriebsstätten oder handwerklichen Begriffen. Dass Aldi Ende 2011 auf Druck des Deutschen Fleischer-Verbands erklärt hat, bei Werbeaussagen für Industrieprodukte auf den Begriff „Handwerk“ zu verzichten, ist da schon ein riesiger Erfolg.

Chancenlos ausgeliefert ist das Fleischerhandwerk dennoch nicht. Statt auf eine Aktualisierung der Handwerksordnung an das neue Wirtschaftszeitalter zu hoffen, muss der Meister ran. Er gehört als Vertrauensperson sichtbar in die erste Reihe, schließlich vertraut ihm der Großteil der Verbraucher (noch immer) als geschützte Qualitätsinstanz.
Quelle: afz – allgemeine fleischer zeitung 9/2015
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