Obermeistertagung: Von Null auf Eins
Obermeistertagung

Von Null auf Eins

FRANKFURT Die Metzgerei an sich ist nach wie vor weithin analog.

Geht es um die Dokumentation etwa zur Hygienepraxis führen die meisten noch handschriftliche Listen, wie eine Umfrage des DFV zur Obermeistertagung zeigt. Auch bei der Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln setzen nur wenige Betriebe auf digitale Daten.


Auf der anderen Seite beklagt man sich, dass die Berichte staatlicher Kontrolleure oft fehlerhaft, verkürzt und unklar sind. Das passt nicht zusammen. Denn nicht nur die Beamten müssen sich durch Ordner mit fragwürdiger Datenqualität durcharbeiten. Auch der Unternehmer verschenkt wertvolle Informationen, weil er sich nicht mehr an sie erinnert oder sie nicht findet. Im Falle eines Produktrückrufs kann das fatale Folgen haben für die Gesundheit der Kunden und das Image des Unternehmens.

So fern ist man sich da nicht. Die eigene „digitale“ Unordnung trifft auf die des Gesetzgebers. Hier kann und sollte der Metzger innerbetrieblich für Ordnung sorgen, sei es im Ablauf, sei es in der Lagerhaltung, sei es bei der Erhebung betrieblicher Kennzahlen. Dann lässt es sich auch mit der staatlichen Unordnung besser und vor allen Dingen verständlicher umgehen.
Der Metzger sollte also über den Wurstkessel hinaus digital denken, weil er sich nicht nur betrieblich in einem digitalen Umfeld bewegt.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 9/2021
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