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Birgit Winterhalder-Spee
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Ohne Leidenschaft funktioniert Luxus nicht

Dienstag, 03. März 2015

Kommentar von Birgit Winterhalder-Spee zu Fleischspezialitäten

Wer gibt bereitwillig sein Geld für Fleisch aus, das mehr als 300 Euro pro Kilogramm kostet? Genug, hoffen jedenfalls die Japaner nach der Freigabe des Wagyu-Exports auf profitable Auslandsmärkte, zu denen auch Deutschland gehört. Wohl nur wenige, befürchten die Skeptiker und Kenner der deutschen Schnäppchenseele und lassen in ihrem Geschäft lieber die Finger davon als sich dieselben zu verbrennen.

Es ist aberwitzig: In einer Zeit, in der einerseits die Front der Vegetarier und Veganer enorm zu wachsen scheint, steigt andererseits die Liga der Liebhaber von richtig gutem Fleisch - unter anderem Dank des Männer-Schlemmer-Magazins „Beef", edel verlegten Fleischbüchern und der Top-Gastronomie.

Der Kundenkreis für hochpreisige Fleischspezialitäten ist zwar nicht riesig, aber vorhanden. Das zeigt der Hype ums Dry-aged-Beef. Es ist ebenfalls nicht gerade billig und trotzdem ein so vielversprechendes Produkt geworden, dass dafür Trockenschränke in der Preisklasse von Tresoren oder luxuriös mit Salzwänden ausgestattete Reifekammern als angemessene Investition betrachtet werden. Aber nur wenn sich der Meister als Spezialist fürs Fleisch perfekt profiliert und das wertvolle Wagyu - besser bekannt als Kobe-Beef - gebührend zelebriert, lohnt sich dieses kostenträchtige Sortiment.

Quelle: afz – allgemeine fleischer zeitung 10/2015
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