Handelsmarken: Scheinwelten liefern Idylle
Handelsmarken

Scheinwelten liefern Idylle

Kommentar von Jörg Schiffeler zu Handelsmarken

Die Verbraucher brauchen Orientierung und Halt – das trifft auch auf die Ernährungs- und Verzehrgewohnheiten zu. Gewohntes wird gewünscht, weil es vertraut ist. Unbewusst geht es um die Sicherheit, die bei Lebensmitteln wichtig ist.

Das Einkaufsverhalten entwickelte sich gegenläufig: statt den Metzger des Vertrauens aufzusuchen, wird bequem und vermeintlich preiswert im Discounter eingekauft. Das geschieht vielfach in der Annahme, dass Herr Aldi und Frau Penny das Vieh für ihr Fleisch- und Wurstsortiment in bäuerlicher Idylle beschaffen. Die Wahrheit ist eine andere und wird mit viel Marketingaufwand zur Scheinwelt ausgebaut bis die Kunden glauben, die Erzeugnisse stammen vom Gutshof.

Diese Gutgläubigkeit nutzt der Handel und baut sein Sortiment an Eigenmarken konsequent aus, während sich die Fleischer über die Dummheit der Verbraucher nur wundern.

Das passt nicht zu Klarheit und Transparenz, die eingefordert werden. Deshalb müssen Herr und Frau Metzgermeister umso mehr für ihr Original kämpfen und die Sehnsucht nach echter Idylle und Produkten aus der Heimat stillen – ohne Tricks.
Quelle: afz – allgemeine fleischer zeitung 9/2015
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