Corona-Krise: Die Kunden weiter begeistern
Corona-Krise

Die Kunden weiter begeistern

FRANKFURT Sprudelnde Umsätze und Flaute in der Kasse treffen auch die Fleischer.

Nun ist es quasi amtlich: Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft haben die Bundesbürger mindestens 1.250 Euro weniger ausgegeben als im Jahr vor der Krise. Dass es nicht noch schlimmer kam, das liegt auch an der Kurzarbeit. Das Instrument schützte viele Beschäftigte vor Einkommensverlusten, doch wächst in Unternehmerkreisen die Unsicherheit in Bezug auf die Konsumlaune der Verbraucher. Denn in Krisenzeiten wird vom Weniger im Portemonnaie auch mehr zur Seite gelegt.

Viele fleischerhandwerkliche Betriebe haben Glück, dass Nahrungs- und Genussmittel zum täglich Brot gehören. Sie waren und sind der Garant dafür, dass die Kunden in die Metzgereien an die Theke strömen und ihren Bedarf decken. Auch wenn die Corona-Pandemie den Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch nicht befeuerte, so veränderten sich die Konsumgewohnheiten. Weil die Gastronomie geschlossen hat oder der Snack unterwegs in Zeiten von Lockdown und Kontaktbeschränkung nicht mundet, wird für zu Hause eingekauft.

Bisher profitieren die Handwerksfleischer, wenn sie sich auf ein starkes Thekengeschäft konzentriert haben. Viele Teams in den Fleischer-Fachgeschäften freuen sich über den enormen Zuspruch und klotzen ran. Gleichzeitig steht die Frage im Raum, wann auf das inzwischen lang anhaltende Umsatzplus ein Dämpfer folgt. Hier spielt die Laune der Verbraucher eine wichtige Rolle und auch das Einkaufserlebnis, das die Verkaufsprofis geschickt – auch durch gute Beratung – beeinflussen können. Die Metzger haben aber gute Karten in der Hand – als Nahversorger, die den Megatrend Regionalität ebenso bedienen wie Genuss mit gutem Gewissen.

Auf Catering, Partyservice und Großverbraucher spezialisierte Betriebe werden dagegen zunehmend nervöser. Diesen Unternehmen fehlt von Monat zu Monat mehr Geld – wie so vielen in Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel. Neben Ideenreichtum und Flexibilität benötigen sie finanzielle Hilfe.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 17/2021
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