Fleischer-Bilanz: Warum es jetzt an der Zeit ...
Sandra Sieler
Fleischer-Bilanz

Warum es jetzt an der Zeit ist Preise zu prüfen

Dienstag, 17. August 2021

FRANKFURT Nach dem Boomjahr 2020 wachsen die Umsätze im Fleischerhandwerk im zweiten Coronajahr nicht mehr in den Himmel. Zwar ist das kein Grund zur Panik, angesichts kräftig gestiegener Kosten heißt es jetzt aber, das Ergebnis im Auge zu behalten.

Versetzen wir uns zunächst zurück in das zweite Quartal 2020: Das neuartige Coronavirus legte quasi die ganze Welt lahm. Ganze Nationen waren zum kollektiven Lockdown verdonnert, um der Pandemie Herr zu werden. Dank der Anerkennung des Fleischerhandwerks als kritische Infrastruktur blieben Fachgeschäfte hierzulande geöffnet. Und mehr noch: Für viele wurden sie (wieder) zur Anlaufstelle für den Einkauf von ehrlicher, heimatverbundener und transparent erzeugter Ware. Die Fleischer wiederum stellten sich auf die neuen Gegebenheiten ein und boten ihren Kunden neben der Möglichkeit zur Vorbestellung auch Lieferungen, Expressschalter und vieles mehr. Das ließ die Kassen der Metzgereien klingeln.

Ohne Lockdown ging es zwar auch im zweiten Coronajahr nicht durchs Frühjahr, doch noch eins draufzusetzen beim Umsatz, das gelang den Metzgern in Deutschland nicht mehr so leicht, wie das afz-Barometer zeigt.
„Die Verkaufserlöse sind nur eine Seite der Medaille. “
Sandra Sieler, stellvertretende Chefredakteurin
Die Verkaufserlöse sind allerdings nur eine Seite der Medaille, schließlich müssen sie mit der Entwicklung der Kosten Schritt halten. Das gilt es jetzt zu hinterfragen. Denn die Pandemie, das weiter prosperierende Wirtschaftswachstum in China sowie Störungen im Welthandel ließen die Rohstoffpreise in die Höhe schießen. Holz, Kunststoff für Verpackungen und Tüten, Weißblech für Dosen etc. sind teurer geworden. Energie sowieso. Und auch wenn sich die Leitnotierung für Schlachtschweine zuletzt auf niedrigem Niveau bewegte, werden trotzdem viele Metzger für ihre Schweine und ihr Fleisch mehr bezahlen, einfach weil sie die Bemühungen ihrer Landwirte um das Tierwohl entlohnen wollen – damit diese auch morgen noch produzieren können.
Der Kostenblock ist also merklich gewachsen. Prüfen Sie jetzt Ihre Verkaufspreise, damit die Marge nicht leidet.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 33/2021
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Coronavirus
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