Klimaschutz: Finger weg vom Rasenmäher
Sandra Sieler
Klimaschutz

Finger weg vom Rasenmäher

Dienstag, 09. November 2021

FRANKFURT Warum es weder Tier noch Klima hilft, die Tierbestände nach Quoten zu verringern.

Weniger Tiere, weniger Treibhaus-Gase. So grob lassen sich Ursache und Wirkung durchaus vereinfachen. Die Konsequenz daraus darf aber nicht sein, den Verbraucher dazu zu erziehen, weniger Fleisch zu essen oder den Konsum mit Steuerlasten zu lenken. Fleisch ist schließlich keine Zigarette. Maßvoll genossen liefert es einen sinnvollen Beitrag zu unserer Ernährung. Vom Genuss ganz zu schweigen.
Wenn NGOs also fordern, die Tierbestände in Deutschland nach der Rasenmäher-Methode um die Hälfte zu reduzieren, um das Klimaziel zu erreichen, übersehen sie etwas: Der deutsche Verbraucher kann und will es sich leisten Fleisch zu essen. Und das wird er sich nicht von heute auf morgen vermiesen lassen. Kommen Steak, Hackfleisch & Co. nicht mehr aus deutschen Landen, müssen sie importiert werden. Das verlagert nur die Wertschöpfung ins Ausland und bringt weder dem Tier mehr Tierwohl noch dem globalen Klima Entlastung.
„Fleisch ist keine Zigarette. “
Sandra Sieler, stellvertretende Chefredakteurin der "afz"

Klüger ist es, die Wertschöpfungskette Fleisch klimafreundlicher zu gestalten. Ansätze hierfür gibt es bereits: nachhaltige Fütterungskonzepte beispielsweise, ein verbessertes Güllemanagement oder auch die möglichst vollständige Ausnutzung des Schlachtkörpers, um Verluste zu vermeiden. Diesen Weg müssen wir ausbauen.

Quelle: afz 45/2021
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