Kommentar von
Birgit Winterhalder-Spee

Billig, teuer und preiswert

Dienstag, 05. Februar 2013

Kommentar von Birgit Winterhalder-Spee

„Der Schinken könnte auch eine Jeans sein“, meint Lisa Dartmann im Editorial der jüngsten Ausgabe von „Sportswear International“ – einer Zeitschrift für den Modefachhandel, die wie die afz im Deutschen Fachverlag erscheint.

Der Vergleich des Textils mit einem Fleischerzeugnis ist sicher ziemlich ungewöhnlich. Er beschreibt aber treffend jene Klemme, in der Jeanshändler und Fleischer mit ihren speziellen Sortimenten gleichermaßen stecken:

Die einen müssen sich gegen Billiganbieter wie H&M, Zara oder New Yorker behaupten, die anderen gegen Lidl und Aldi – Konkurrenten wie Kaufhäuser und einschlägige Filialketten nicht mal eingerechnet. Ob inhabergeführtes Jeans- oder Fleischer-Fachgeschäft – beide nehmen den Status von Einzelkämpfern ein, die es in einer von Flensburg bis Füssen gleichförmig gewordenen Einkaufslandschaft schwer haben, weil die schnäppchenverwöhnten Käufer stets zuerst zu den Massenanbietern rennen.

Doch das – oft nur vermeintlich – Billige ist nicht immer das Preiswertere: Die schlecht sitzende oder kneifende Jeans wandert in den hintersten Winkel des Schranks und der folienverpackte Schinken manchmal sogar wegen des abgelaufenen MHDs noch ungeöffnet in die Tonne: Ist ja nicht schlimm, war ja nicht teuer.
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