Kommentar von
Gerd Abeln

Corona-Krise Nichts Genaues weiß man nicht

Dienstag, 21. April 2020
Was bleibt nach Corona von Zusammenhalt, Empathie und Hilfsbereitschaft?

In einer Welt, die täglich neue Informationen zur Corona-Pandemie und Spekulation zu deren Folgen hervorbringt, lässt sich für die „Fleischwirtschaft“ als Monatsmagazin kein wochen- oder gar tagesaktueller Status quo definieren. Zumal es von diesem Mittwoch vor Ostern, an dem diese Zeilen geschrieben wurden, systembedingt noch fast zwei Wochen dauert, bis das Heft beim Leser angekommen sein wird. Auch wenn in unserer März-Ausgabe Corona schon eine Rolle spielte, darf im April dieses alles bestimmende Thema nicht unbehandelt bleiben. 

Wissen ist Macht – aber leider wissen wir mit Blick auf Corana (noch) so wenig. Klar ist, nach jetzigem Kenntnisstand: Hühner und Schweine stellen kein potenzielles Risiko für den Menschen dar, meldet das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mit Blick auf mögliche Übertragungswege des Virus. Der Lebensmittelverband Deutschland geht nach aktuellen Erkenntnissen von BfR und EFSA nicht davon aus, dass eine Übertragung des Coronavirus über Nahrungsmittel und Verpackungen möglich ist. Bundesumweltministerin Svenja Schulze ist überzeugt, dass Naturzerstörung hinter der Corona-Krise steckt.
Schwein
(Bild: imago images / Gutschalk)

Mehr zum Thema

Coronavirus Keine Gefahr durch Hühner und Schweine

Systemrelevanz ist ein Wort der Stunde. Das Bundeskabinett hat die Land- und Ernährungswirtschaft als eine ebensolche Infrastruktur anerkannt. Somit ist es etwa hinsichtlich Quarantänemaßnahmen und Betriebsschließungen möglich, dass in den hierzu gehörigen Unternehmen unter Berücksichtigung des notwendigen Gesundheitsschutzes die Produktion aufrecht erhalten bleibt. Das ist gut und wichtig, gibt der Bevölkerung abseits von Hamsterkäufen etwas Sicherheit und Zuversicht.

Und doch wird auch in der Fleischwirtschaft vieles nach Corona nicht mehr so sein wie zuvor. Die Pandemie wird für Menschen und Unternehmen sowie Märkte und Lieferketten zum Härtetest, Existenzen bedrohen und mehr Verlierer als Gewinner hervorbringen. Viele stationäre Händler müssen schließen, Online-Lieferdienste sind erstmals so begehrt, dass sie Kunden abwimmeln müssen. Fragt sich, was bleibt vom tief berührenden aktuellen Zusammenhalt und der Empathie, von Rücksicht und Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Kreativität. Nach den zahlreichen Dankes-Kampagnen an ihre Mitarbeiter für ihren Einsatz in der Corona-Krise verändern die Händler nun ihre Kommunikation. Die Kunden und ihr Alltag zuhause rücken in den Fokus, Feiertage, der Frühling und die Grillsaison stehen vor der Tür.

In Deutschland und Europa gibt es erste Hoffnungsschimmer, dass sich die gesundheitliche Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen bewältigen lassen – Stand vor Ostern. Andere Länder und Erdteile dürften sich da nicht so sicher sein. So befürchten die Vereinten Nationen eine weltweite Ernährungskrise – niemand möchte das in einer der nächsten Ausgaben der „Fleischwirtschaft“ beschreiben oder kommentieren müssen. Doch nichts Genaues weiß man leider derzeit (noch) nicht und zu viel Spekulation ist unangebracht. Was bleibt, ist maßvoll handeln und hoffen – von Tag zu Tag.

Das Corona-Dossier

Die wichtigsten Branchen-Nachrichten zur Corona-Krise haben wir hier für Sie in einem Dossier zusammengestellt. Das Coronavirus setzt der Wirtschaft weltweit zu und macht weder vor Länder- noch vor Branchengrenzen halt. Deshalb bündeln die Top-Titel der dfv Mediengruppe, zu der auch afz - allgemeine fleischer zeitung, „Fleischwirtschaft“ und fleischwirtschaft.de gehören, fortan die wichtigsten Berichte aus verschiedenen Branchen in einem „Corona-Dossier“ - von der Lebensmittelindustrie über Gastronomie und Hotellerie bis Touristik, von Agrarwirtschaft und Fleischwirtschaft über Verpackung und Finanzen bis hin zu Marketing und Fashion. Hier geht es weiter.
Das könnte Sie auch interessieren
stats