Kommentar von
Renate Kühlcke

Der Auftrag

Dienstag, 16. Oktober 2012

Kommentar von Renate Kühlcke

Eine klare Botschaft nimmt die Spitze des Deutschen Fleischer-Verbands aus der lebhaften Delegiertentagung mit: Das jetzt für fünf Jahre zugesagte Geld gibt die Basis nur unter strengen Auflagen. Beitragserhöhungen sind immer ein Politikum und weniger ein wirkliches Problem.

Wenn ein Innungsmitglied – wie von vielen Obermeistern in Koblenz befürchtet – wegen eines Solibeitrags von 1,25 Euro im Monat aus seiner Fachorganisation austritt, hat das in aller Regel viel tiefgreifendere Gründe.

Die Antwort auf die Frage „Was bringt mir die Mitgliedschaft?“ ist ausschlaggebend, ob Unternehmer den Daumen heben oder senken. Kaum ein Wirtschaftsbereich ist schließlich so gut organisiert wie das Handwerk. Es gibt Alternativen für Rat und Beistand, zumal an der Zwangsmitgliedschaft in der Handwerkskammer kein Weg vorbei führt.

Natürlich macht es wenig Sinn, die Facharbeit den Handwerkskammern mit ihrer wenig homogenen Interessenklientel zu überlassen. Innung, Landes- und Bundesverband müssen gemeinsam die Kosten- und Imagevorteile einer freiwilligen Fachorganisation kommunizieren und so Trittbrettfahrer als Mitglieder gewinnen.

Das ist der eigentliche Koblenzer Auftrag. Ein weiter sinkender Organisationsgrad bedingt Beitragserhöhungen für die Verbliebenen, und letztlich sinkt auch die Qualität der Serviceleistungen. Ein Teufelskreis, der zu durchbrechen ist: mit exzellenter Leistung, die auch von außen wahrgenommen wird.
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