Kommentar von
Sandra Sieler

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Dienstag, 09. Dezember 2014

Kommentar von Sandra Sieler zum Meisterbrief

fleischwirtschaft.de – FRANKFURT
. „Keine Meister – kein Nachwuchs.“ Auf diese einfache Formel brachte es eine Vertreterin der Unionsfraktion, als es im Bundestag am vergangenen Freitag um den Meisterbrief ging.

In der Debatte bekannten sich alle Fraktionen unisono zum Erhalt dieses Gütesiegels im Handwerk. Noch zu genau schien ihnen im Gedächtnis, was die Deregulierung 2004 angerichtet hatte: Zwar wurden im ersten Anlauf tatsächlich zahlreiche Unternehmen neu gegründet, aber schon fünf Jahre später war mehr als die Hälfte davon wieder vom Markt verschwunden – das bietet keine Perspektiven, für den Unternehmer nicht und für Ausbildungswillige schon gar nicht.

Dennoch hatte der Grünen-Vertreter Recht mit seiner Forderung, sich differenzierter mit dem Thema auseinanderzusetzen. Was Deutschland braucht, sind attraktive Alternativen zum Hochschulstudium. Der Markt ist längst übersättigt mit Akademikern, zugleich fehlt es an leistungsbereiten Jugendlichen, die ihre Karriere im Handwerk starten. Der Meister ist eine hochwertige Qualifikation, scheint für manche aber noch nicht verlockend genug.
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