Kommentar von
Renate Kühlcke

IFFA 2016 Technik-Taktgeber und Spiegel des Weltmarkts

Dienstag, 21. Juni 2016
Die IFFA setzt ihren Erfolgskurs 2016 beeindruckend fort. Vom BSE-bedingten Einbruch vor fünfzehn Jahren erholte sich die Weltleitmesse der Fleischwirtschaft in den fünf Folgeveranstaltungen bis heute stetig.

Nachdem schon vor drei Jahren die beste IFFA aller Zeiten ausgerufen worden war, war mit einer Steigerung der Zufriedenheit über den Messeverlauf in diesem Jahr nicht unbedingt zu rechnen.

Es gab nur Gewinner, so fasste Messechef Wolfgang Marzin das sechstägige Geschäftstreiben zusammen. Was sich schon am ersten Messetag andeutete, bestätigte der Schlussbericht: Noch nie stellten so viele Unternehmen – über Tausend – ihre Entwicklungen in Frankfurt am Main vor, auch auf der Besucherseite wurde gegenüber dem tollen IFFA-Jahr 2013 noch einmal kräftig zugelegt. Zudem war eine IFFA noch nie so international wie in diesem Jahr – und das spürte man nicht nur in der Maschinenhalle, sondern auch auf der Metzgerebene der Halle 4.

Mit über 63 000 Gästen war die Messe wieder fast so gut besucht wie vor 18 Jahren. Hellauf begeistert waren selbst Aussteller, an deren Stand die Besucherfrequenz mengenmäßig zu wünschen übrig ließ. „Die pure Zahl ist eben auch nicht das Maß der Dinge“, lobten diese die außergewöhnliche Qualität und Investitionsfreude der Besucher, die auch ordentlich Geld in die Hand nahmen. Dass an den Messeständen Aufträge bis in zweistellige Millionenbeträge geschrieben wurden, ist glaubhaft übermittelt.

Der weltweit wachsende Fleischkonsum ist der Treiber der beachtlichen Entwicklung der IFFA. Die globale Fleischindustrie hat in Frankfurt einmal mehr ihre Dynamik bestätigt. Die Leitmesse für die Fleischwirtschaft ist unangefochtener technischer Taktgeber und ein Spiegelbild der weltweiten Märkte zugleich. Fielen vor Jahren Russen und Chinesen als besonders einkaufsfreudig auf, so investieren nun auch Unternehmen in Indonesien, Südkorea, der Mongolei und Pakistan in ihre Produktion.

Bevölkerungsreiche Länder in Asien, Lateinamerika, Osteuropa und Afrika verzeichnen steigende Einkommen und damit häufig einen erhöhten Fleischkonsum. Aus diesen Ländern steigt die Nachfrage nach moderner und effizienter  Technik zur Verarbeitung und Verpackung von Fleisch und Fleischwaren. Das lässt die Veranstalter für das IFFA-Jahr 2019 hoffen.

Neben der Quantität spielt aber auch die Qualität eine zunehmend wichtige Rolle in der Gewinnung und Verarbeitung von Fleisch. Die Anforderungen an Produktsicherheit und -qualität sowie Rückverfolgbarkeit steigen. In westlichen Ländern liegt der Fokus auf der Optimierung der Produktivität durch Energieeffizienz, hohen Output, einfache Reinigungsprozesse, zunehmende Automatisierung sowie Nachhaltigkeitslösungen. Hier dreht sich die Anspruchsspirale gerade im heimischen Markt immer weiter nach oben und fordert Maschinenbauer und Produktentwickler in den folgenden drei Jahren. Die Latte für 2019 liegt extrem hoch, das nährt aber auch schon heute die Vorfreude auf die nächste IFFA.

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