Kommentar von
Renate Kühlcke

IFFA 2019 Energiespender für drei Jahre

Dienstag, 21. Mai 2019
IFFA 2019 begeistert mit der Symbiose von Hightech und Tradition.

Sechs Tage lang stand die Fleischhauptstadt der Messewelt im Zeichen bisher nicht dagewesener IFFA-Superlativen: rund 67.000 Besucher aus 149 Ländern – ein Plus von satten sieben Prozent, 70 Prozent ausländische Gäste bei stabiler Handwerkspräsenz, 1.039 Aussteller aus 49 Ländern, neun Prozent größere Fläche – und das trotz oder gerade wegen einer komplett umgekrempelten Messestruktur, die die Besucherströme durch die vier Messehallen in die Erfolgsbahnen lenkte.

Diese beeindruckende Fortsetzung war so nicht zu erwarten, schließlich hatten vor drei Jahren Aussteller, Veranstalter und Besucher „die beste IFFA aller Zeiten“ ausgerufen. Seit dem BSE-bedingten Einbruch vor 18 Jahren ist die Weltleitmesse damit auf einem imposanten Kurs. Vor 70 Jahren als begleitende Ausstellung zum Verbandstag des Fleischer-Verbands in der US-Zone in Frankfurt am Main gestartet, sucht die Entwicklung der IFFA von einer kleinen Fleischer-Fachausstellung zur unangetasteten Weltleitmesse der Fleischwirtschaft ihres Gleichen.

Die Top-Ten-Besuchernationen sind in diesem Jahr wie 2016 die Russische Föderation, gefolgt von den Niederlanden, Spanien, Italien, Polen, China, der Ukraine, den USA mit sieben Prozen Plus, Österreich und Australien. Der Veranstalter meldete steigendes Interesse aus Lateinamerika mit 31 Prozen Plus, 20 Prozen mehr Chinesen flogen ein und aus Osteuropa kamen 15 Prozent zusätzliche Besucher. Lediglich der britische Zuspruch schwächelte bei einem leichten Rückgang von knapp vier Prozen. Vom drohenden Brexit und dem Verlust seiner polnischer Arbeitnehmer getrieben, suchte diese Gruppe dem Vernehmen nach noch intensiver als andere nach Automatisierungslösungen, um den Fachkräftemangel auszugleichen.

Wer nicht selbst auf dem Frankfurter Messegelände auf Entdeckungsreise war und sich von der begeisternden Atmosphäre in allen vier Themenhallen hat anstecken lassen, der hat die beste Gelegenheit verpasst, positive Energie und Optimismus für die kommenden drei IFFA-freien Jahre zu tanken. Sicher ist der weltweit wachsende Fleischkonsum der Treiber dieser bemerkenswerten Messeentwicklung, aber auch für den sensiblen nationalen Markt gilt das von Frankfurt ausgesendete Signal: Der Stellenwert von Fleisch in der Gesellschaft ist weiterhin hoch und die Symbiose von Hightech und Tradition – auch wenn es bisweilen einem anstrengenden Spagat gleicht – ein belastbares Zukunftskonzept, nicht mittelfristig, sondern langfristig. Technischer Fortschritt ist bekanntlich die wichtigste Wachstumsquelle.
IFFA 2019 - Marel - DeboFlex
(Bild: si)

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