Kommentar von
Jörg Schiffeler

IFFA 2019 Impulsgeber zu jedem Megathema

Dienstag, 30. April 2019
Vor uns liegt eine der spannendsten Wochen des Jahres: die IFFA. Wenn das Sechs-Tage-Rennen am Samstag startet, treffen Metzger aus der ganzen Welt im Herzen Europas zusammen.
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IFFA DFV Herbert Dohrmann


Die Messe Frankfurt bietet dann auf etwa 119.000 Quadratmetern innovative Technologien, Trends und zukunftsweisende Lösungen für alle Prozessschritte der Fleischverarbeitung: vom Schlachten und Zerlegen über Verarbeiten und Veredeln bis Verpacken und Verkaufen.

Immer wieder treffe ich auf Menschen, die die Leitmesse für eine Veranstaltung nur für „die Großen“ halten. Das halte ich für Unfug. Auch Präsident Herbert Dohrmann vom Deutschen Fleischer-Verband (DFV) forderte vor kurzem im Interview mit fleischwirtschaft.de kategorisch: "Kein Fleischer darf das verpassen." Denn die IFFA präsentiert traditionell Angebote zur Be- und Verarbeitung sowie Vermarktung von Fleisch sowohl für industrielle Dimensionen als auch für handwerkliche Produktionsverfahren. Die Maschinen- und Anlagenbauer präsentieren zahlreiche Innovationen in der Großserie, die zum Handwerk passen. Die Optimierung von Produktionsabläufen, die Zeit und Kosten spart, ist eine Aufgabe für alle Unternehmer.

Herbert Dohrmann DFV
(Bild: DFV)

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IFFA 2019 „Kein Fleischer darf das verpassen“

Der DFV nutzt die Messe als große Bühne, um die Leistungsstärke des Fleischerhandwerks unter Beweis zu stellen. Deutschland gilt als das Land der Wurstmacher. Und "Made in Germany" genießt bei Lebensmitteln einen hervorragenden Ruf. Ebenso wertvoll sind Auszeichnungen, die Brüh-, Koch- und Rohwürste sowie Schinken bei den Wettbewerben erhalten. Mit Urkunden, Pokalen und Medaillen lassen sich handwerklich hergestellte Erzeugnisse bestens vermarkten. Das gilt insbesondere dann, wenn die Qualitätsprüfung international durchgeführt wird. So waren denn auch deutsche Spürnasen in den USA gefragte Experten bei den jenseits des Atlantiks durchgeführten Tastings. Das Urteil aus dem Mutterland der Würste hat weltweit Gewicht. Positiver Nebeneffekt: Die US-Kollegen reisen ebenfalls zur Messe an, denn die Prämierungen werden auf der IFFA verliehen.

Auch der Nachwuchs trifft sich: Die Jugend tritt an, um den Internationalen Leistungswettbewerb zwischen Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und Deutschland zu entscheiden. Ebenso ist die Nationalmannschaft des Fleischerhandwerks vor Ort, nimmt neue Mitglieder ins Team auf, und die Fleischerjunioren bringen sich in Sachen "Influencer Marketing" auf den Stand der Zeit. Einmal mehr zeigen Fleischer ihr Können beim Berufsschulwettbewerb.
„Wenn zur IFFA die große Fleischerfamilie aus der ganzen Welt anreist, ist für jeden etwas dabei – von Manufaktur bis Hightech Company.“
Jörg Schiffeler, Chefredakteur
Wenn zur IFFA die große Fleischerfamilie aus der ganzen Welt anreist, ist für jeden etwas dabei – von Manufaktur bis Hightech Company. Die Meister aus Nah und Fern finden auf dem Messegelände auch Antworten auf veränderte Ernährungsgewohnheiten und Konsummuster. Gerade der stark wachsende Außer-Haus-Markt bedeutet für die Ausstattung der Produktion eine Herausforderung. Sie verschärft sich durch den Mangel an Fachkräften. Zahlreiche Aussteller präsentieren hierfür technische Lösungen, die beispielsweise bei der Herstellung von (küchen-)fertigen Erzeugnissen unterstützen.

Ebenfalls ein Megathema ist die Verpackung. Sie soll nicht nur sicher sein und das wertvolle Lebensmittel schützen, sondern Umweltaspekten gerecht werden. Hier ist das klassische Fleischer-Fachgeschäft gefordert – weniger an der Bedientheke als vielmehr an der Heißtheke und im Partyservice. Auch dort sollen Ressourcen der Umwelt zuliebe geschont und Müll vermieden werden. Das wird umso wichtiger, weil die Nachfrage nach To-go-Produkten weiter steigen wird.

Der Messebesuch stärkt außerdem das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Branche, die von der Gesellschaft und der Politik kritisch begleitet wird. Nutzen Sie also die IFFA am besten gleich mehrere Tage. Ich bin sicher, dass Ihnen fast jeder Ausstellungsbereich Impulse für den eigenen Betrieb gibt.

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