Kommentar von
Sandra Sieler

Ausblick In kleinen Schritten zum hoffentlich erfolgreichen 2018

Dienstag, 09. Januar 2018
Was bringt das Jahr 2018? Das haben wir von der afz-Redaktion verschiedene Persönlichkeiten aus der Branche gefragt.

In den teilweise ganz persönlichen und durchweg optimistischen Statements tauchen insbesondere zwei Themen nahezu durchgängig auf: Die Frage, wohin wir die Tierhaltung entwickeln werden, und das Finden und Binden von Mitarbeitern stehen bei Unternehmern und Verbänden ganz oben auf der Agenda. Genau wie im letzten Jahr. Und im Jahr davor.

Beide Themenfelder beschäftigen die Branche schon länger. Und manche haben die Zeit genutzt, dabei Strategien und Kampagnen entwickelt, die schon erste Erfolge zeigen. Mit verbesserten Haltungsbedingungen für Schweine beispielsweise beschäftigt sich inzwischen eine ganze Mengen an Landwirten, zum Teil in direkter Kooperation mit der abnehmenden Hand: dem handwerklichen Metzger oder dem mittelständischen bis großen Schlachtbetrieb. Immer häufiger werden Ställe als Offen- oder Aktivstall gestaltet, mit mehr Platz für die Tiere, verschiedenen Zonen und Zugang zu Frischluft.

„Die Frage, wohin wir die Tierhaltung entwickeln werden, und das Finden und Binden von Mitarbeitern stehen bei Unternehmern und Verbänden ganz oben auf der Agenda. Genau wie im letzten Jahr. Und im Jahr davor. “
Sandra Sieler, stellvertretende Chefredakteurin
Die Aufgabe ist jetzt, die Bemühungen um mehr Tierwohl weiter voranzutreiben und flächendeckend in Deutschlands Ställe zu bringen. In erster Linie natürlich, weil es für jedes Tier die Mühe wert ist, ihm ein artgerechteres Leben zu ermöglichen. Aber auch, um beständig an einem besseren Image für die Branche zu arbeiten. Gerade weil sich im Bereich Tierwohl in den letzten Jahren viel bewegt hat, darf die Branche nicht immer wieder von den Medien in die Schmuddelecke geschoben werden. 

Auf dem – zugegebenermaßen noch längeren – Weg hängt das Tempo des Vorankommens auch wesentlich von den politischen Rahmenbedingungen ab. Ein wohlwollendes Schubsen seitens der Regierung bringt à la longue sicher mehr als ein Vorgehen mit der Brechstange. Dann kämen die Strukturen der Viehhaltung, so wie sie heute sind, ernsthaft in Gefahr. Die Leidtragenden wären wie so oft die Kleinen – der Todesstoß für die regionale Versorgung mit Fleisch.

Wo das wohlwollende Schubsen jedoch nicht den gewünschten Erfolg zeigte, ist der beizeiten eingeleitete Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration. Der Zeitpuffer wurde nicht so ausgenutzt, dass wir jetzt – ein knappes Jahr vor dem Stichtag – konkrete Perspektiven hätten, wie es weitergeht. Hier wird 2018 ein spannendes Jahr. Es gilt, die knappe Zeit darauf zu verwenden, die offenen Fragen zu den jeweiligen Alternativen zu lösen. Aufschub wird es keinen geben, egal, wer letzten Endes in die Regierungsverantwortung in Berlin kommt. So viel ist klar.
Wetterschwein
(Bild: jus)

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Spannend wird auch zu beobachten sein, wie die neuen alten Koalitionspartner versuchen werden, den Verbraucherschutz weiter voranzutreiben. Hygienebarometer, Nährwert-Ampel oder Haltungskennzeichnung, das könnte alles noch (mal) auf die Betriebe zukommen. Die Verbände können sich schon mal mit Argumenten wappnen, um solche neuen Bürokratiemonster von ihren Mitgliedern abzuwenden.

Raus aus der Schmuddelecke muss auch der Beruf des Metzgers. Hier ist der Anfang bereits gemacht: Die Fleischer haben ein neues Selbstbewusstsein entdeckt, profilieren sich mehr mit dem Know-how über Fleisch. Die neue Qualifikation zum Fleisch-Sommelier ist dabei ein geniales Vehikel. Die Medien greifen das Thema gern auf. Da wird mancher junge Metzger schon zum Rockstar hochstilisiert: Spitze!

Das wird Früchte tragen und jungen Berufsstartern hoffentlich bald mehr Lust auf eine Karriere im Fleischerhandwerk machen. Aber auch hier ist die Mission 2018 klar: Die Unternehmen müssen sich selbst als Arbeitgeber bewerben. Das können sie am besten mit einem modernen und offenen Unternehmensauftritt, einem angenehmen Arbeitsklima, guter Bezahlung und attraktiven Aufstiegschancen.

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