Kommentar von
Renate Kühlcke

Kein Angriff auf die Wettbewerbsfähigkeit

Dienstag, 04. März 2014

Kommentar von Renate Kühlcke zum Arbeitnehmer-Entsendegesetz

Der Branchenmindestlohn für die Fleischindustrie wird auch für Arbeitgeber mit Sitz im Ausland und ihre nach Deutschland entsandten Arbeitnehmer gelten. Mit der jetzt auf den Weg gebrachten Änderung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes ist ein wichtiger politischer und gesellschaftlicher Meilenstein gesetzt.

Die Fleischkonzerne sind es leid, immer wieder für ihre Werkverträge mit osteuropäischen Kolonnen kritisiert zu werden. Sie brauchen diese, vor Ort sind Mitarbeiter für den Einsatz am Schlacht- und Zerlegeband nicht zu begeistern. Einfluss auf die Entlohnung dieser Arbeitskräfte hatte der deutsche Auftraggeber bisher nicht.

Das wird sich ändern, denn ausgezahlt werden muss der Mindestlohn künftig in jedem Fall an jeden Arbeiter. Die Auswirkung auf die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe, in denen die Arbeitskosten mit rund 50 Prozent zu Buche schlagen, dürfte bei Mindestlöhnen von 21,20 Euro in Dänemark, 11,60 Euro in Frankreich oder neun Euro in Belgien kalkulierbar bleiben.
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