Kommentar von
Renate Kühlcke

Kosten bestimmen den Weg

Dienstag, 16. Oktober 2012

Kommentar von Renate Kühlcke

Bei einem Schlachtgewicht von 90 Kilo schlägt die teuerste Methode der Ferkelkastration mit zehn Cent pro Kilogramm Schweinefleisch zu Buche. Für Tierschützer ein sehr akzeptabler Beitrag für das Mehr an Tierschutz, für die um das Cent-Geschäft wissenden Marktbeteiligten eine echte Herausforderung.

Bei Rohstoffpreisen über 1,90 Euro pro Kilo Schlachtgewicht stehen viele Fleischverarbeiter schließlich schon jetzt mit dem Rücken an der Wand. Weil bezweifelt werden darf, dass der Handel die Mehrkosten bereitwillig an den Verbraucher weitergibt, gewinnt nach dem beschlossenen Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration die Frage der Wirtschaftlichkeit Oberhand.

Die amtlich aufgezeigten Folgekosten sind ein weiteres Indiz für die Jungebermast. Sogar selbstbestimmte Erzeugerschlachthöfe, die bislang auf Narkose oder andere Alternativen gesetzt haben, steigen in die Eberschlachtung ein – auch um eigene Erfahrungen zu sammeln. Es zeichnet sich also immer stärker ab, dass der noch 2009 propagierte „deutsche Weg“ mit Narkose oder postoperativer Schmerzbehandlung nur eine Übergangslösung bis zur Systemumstellung auf Ebermast ist.
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