Kommentar von
Birgit Winterhalder-Spee

Kurz und knackig

Dienstag, 18. September 2012

Kommentar von Birgit Winterhalder-Spee

fleischwirtschaft. de - FRANKFURT. Erlebnis war gestern. Heute ist selbst für kleine Ereignisse oder Werbeaktionen eine große Show angesagt, die Unterhaltung verspricht, in die sich jedoch auch ganz geschickt Informationen einstricken lassen, was dann unter dem medialen Begriff Infotainment rangiert.

Aber die Show braucht immer einen zugkräftigen Titel. Denn Namen sind dabei keineswegs Schall und Rauch, wie die auf Goethe zurückgehende Redewendung sagt. Autobauer lassen im großen Stil griffige Namen testen, weil sie wissen, dass nicht nur Technik und Design, sondern auch eine einprägsame Modellbezeichnung enormen Einfluss auf den Erfolg hat.

Die Hamburger Berufsschule setzt für die Nachwuchswerbung von Gastronomen und Fleischern auf einen zeitgemäßen Wortgebrauch unter Jugendlichen und nennt ihre Aktion anstelle eines wenig wirkungsvollen, sachlichen Begriffs wie Berufsinformationsbörse lieber kurz und knackig „Wow Job Show“. Liest sich gut, hört sich in Teenagerohren auch gut an.

Ein spektakulärer Name allein reicht natürlich nicht. Konzept und Inhalte müssen trotzdem stimmen. Wenn dann noch eine coole Location lockt, läuft die Sache rund. Die Hanseaten haben mit der Bullerei von Starkoch Tim Mälzer Zugriff auf einen idealen Veranstaltungsort mit perfektem gastronomischem Profil – und durch die Lage gegenüber des Fleischgroßmarkts einen doppelt passenden dazu. Ungewöhnliche oder außergewöhnliche Plätze lassen sich quer durch Deutschland entdecken, wo die Berufsinformation als Job-Event Karriere macht.

Gerade durch ihren Sprachgebrauch grenzen sich Generationen voneinander ab. Wer an junge Leute ran will, darf Botschaften nicht angestaubt formulieren, aber auch nicht krampfhaft – vorzugsweise aus dem Englischen entlehnte – Worte wählen, die wenig authentisch klingen.
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