Kommentar von
Renate Kühlcke

Luxusproblem nicht den Juristen überlassen

Dienstag, 26. März 2013

Kommentar von Renate Kühlcke

fleischwirtschaft.de – FRANKFURT
. Seit Jahren wird diskutiert, ob und unter welchen Voraussetzungen die Weiterverarbeitung von bereits einmal erhitztem Brät in Brühwürsten der Spitzenqualität zulässig ist. Als redlicher Herstellungsbrauch ist seine Weiterverarbeitung grundsätzlich solange problemlos, wie solche Produkte nicht als Spitzenqualität ausgelobt und die Leitsatz-Anforderungen eingehalten werden.

In Zeiten, in denen der Handel ausschließlich Spitzenqualitäten listet, ist Rework zum Luxusproblem geworden. Ist die Stangenware auch noch so lang, beim Slicen fallen massenhaft Endstücke an. Sie werden wie optisch nicht ansprechende Scheiben aussortiert. Allein im Brühwurstbereich fallen so bei einer Jahresproduktion von rund 860.000 Tonnen riesige, nicht wertgeminderte und voll genusstaugliche Wurstberge an, die zur Müllhalde mutieren. Unter ethischen und nachhaltigen Gesichtspunkten ein Skandal.

Bisher konnten sich die beteiligten Kreise – Sachverständige, Gesetzgeber, Überwachung, Handel – auf keine gemeinsamen Spielregeln einigen, nun entscheiden also die Gerichte nach geltender Sach- und Rechtslage. Ob die Wiederverarbeitung als redlicher Herstellungsbrauch akzeptiert wird, muss die Lebensmittelbuchkommission entscheiden. Gesellschaftlich scheint die Zeit reif zu sein für ein positives Signal.
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