Kommentar von
Sandra Sieler

Nicht nachlassen

Dienstag, 21. Januar 2014

Kommentar von Sandra Sieler zum Frische Forum Fleisch

Der Wind wird rauer, der der Fleischwirtschaft entgegenschlägt: Debatten um das Tierwohl in deutschen Ställen und um prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen, zögerliche Exportkunden ebenso wie der lahmende Fleischkonsum bremsen die Erfolgsgeschichte in letzter Zeit merklich ab. Es tun sich immer mehr Fronten auf, an denen sich die Branche als Ganzes beweisen muss, wo sie geschlossen gegen Missstände vorgehen muss.

Das Frische Forum Fleisch zeigte erste positive Beispiele. Eine Maßnahme – wenn auch in der Vorstufe – ist das Leitbild Tierhaltung des Bauernverbands. Im Zweifel bindet es sogar noch viel unterschiedlichere Unternehmen und Meinungen ein und sucht gleichzeitig aktiv den Dialog zum Verbraucher und den NGOs.

Hier zeigt sich die Fleischwirtschaft immer noch zögerlich. Der zweite große Schritt ist die Initiative Tierwohl, die erstmals alle Stufen der Prozesskette Fleisch umfasst – und genau deshalb auch ihre Zeit braucht, um stabil konstruiert zu werden.

Das Ja zum Mindestlohn für Beschäftige bei Schlachtern, Zerlegern und Wurstproduzenten brachte der Branche die ersten Bonuspunkte im neuen Jahr. Doch jetzt muss sie dranbleiben und heikle Themen weiter aktiv angehen, um den verkrusteten Mantel des Negativimages abzustreifen. Das geht nur Schicht für Schicht, Thema für Thema. Und braucht anhaltenden Druck, der am Ende von den Unternehmen selbst ausgehen muss.

Lesen Sie dazu auch "Jeder für sich und alle gemeinsam".
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