Kommentar von
Renate Kühlcke

Niedrige Löhne schaden dem Image

Dienstag, 03. Dezember 2013

Kommentar von Renate Kühlcke

Der Standort Deutschland zahlt sich für Schlachtbetriebe aus. Hier lässt sich das Verhältnis von Umsatz zu Arbeitskosten im Vergleich zu westlichen EU-Wettbewerbern konkurrenzlos optimieren. Ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit einer Branche, in der die Arbeitskosten mit rund 50 Prozent zu Buche schlagen.

Was jeden Betriebswirtschaftler mit Stolz erfüllt, stürzt die Branche ins tiefe Imageloch. Die Medien beeindruckt eben nicht die dank moderner Technik erreichte hohe Produktivität der Unternehmen. Am Pranger stehen niedrige Löhne bis hin zum Sozialdumping. Die politische Ebene ist sensibilisiert, Beschwerden aus Belgien und Frankreich sind bei der EU-Kommission anhängig und die deutsche Politik in Erklärungsnot.

Die jetzt auf Anforderung des Bundesernährungsministeriums vorgelegte Stellungnahme aus dem bundeseigenen Forschungsinstitut schwächt die Verhandlungsposition der Unternehmen in der sich gerade formierenden Tarifgemeinschaft. Dabei hat es die Branche satt, für ihre Werkverträge mit osteuropäischen Kolonnen regelmäßig als Ausbeuter vorgeführt zu werden. Der inzwischen auch politisch gewollte Mindestlohn oder ein Tarifvertrag sollen es richten – in knapp zwei Wochen wissen wir mehr.
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