Kommentar von
Birgit Winterhalder-Spee

Ohne Jodel-Diplom

Dienstag, 28. August 2012

Kommentar von Birgit Winterhalder-Spee

 Kein nutzloses Jodel-Diplom wie im Loriot-Sketch haben die drei Referenten auf der afz-Fachkonferenz beim Wiesbadener Snack-Kongress vorzuweisen, aber mit etwas Eigenem heben sie sich aus der Masse ihrer Branche hervor - jeder auf eine ungewöhnliche, erfolgreiche Weise.
 
Gemeinsamkeiten gibt es dennoch zu entdecken: Alle wurzeln in Familienbetrieben, in denen zwei Generationen Hand in Hand arbeiten. Und mit klarem Kopf. Darin ist neben der analytischen Sicht auf die Gegenwart in der Handelslandschaft auch der Wille zur Zukunftssicherung fest verankert. Eine weitere Übereinstimmung besteht darin, dass sich Inhaber und Nachfolger bereits die Verantwortung teilen, zwei Mal in der Konstellation Mutter und Sohn und einmal die Eltern mit ihren vier Söhnen.

Dieses Zusammenwirken bildet die solide Basis, die unternehmerischen Mut bei der Realisierung von unkonventionellen Projekten zulässt - eine weitere Gemeinsamkeit wie auch der unerschütterliche Glaube an die zündende Idee. Zudem sind sie allesamt gewiefte Netzwerker: innerbetrieblich, mit Geschäftspartnern und Kollegen, aber auch extern.

Die externen Verbindungen bringen Bless das treffliche Logo und reichlich Publicity für seine Stuggis ein, profitable Maschen knüpft Häfele mit seinen Markthallen-Partnern und durch die Klammer von Kunst und Kulinaristik mit tatsächlichen sowie potenziellen Kunden. Internen Austausch pflegen die Geiers, indem sie bei der fundierten Recherche und jetzt beim Betreiben des neuen Snack-Ablegers die Meinung ihrer 15 Azubis besonders wertschätzen. Die Lehrlinge waren bei Besichtigungen dabei, beim Probieren, Bewerten und Diskutieren, weil ausdrücklich die Älteren auch von den Jungen lernen dürfen.
Mit diesen Strategien gelingt es den Fleischern, sich ein Alleinstellungsmerkmal zu verschaffen.
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