Kommentar von
Bernd Feuerstein

Organisationsstrukturen Gemeinsam zu neuer Stärke

Donnerstag, 22. Oktober 2015
Die Sachsen wollen es, die Nordrhein-Westfalen sollen es, die Saarländer haben es, die Niedersachsen und Sachsen-Anhaltiner hatten es, die Berliner zerreißt es, bei den Schleswig-Holsteiner kommt es und der Rest müsste sich eigentlich ebenso mit diesem Thema befassen: die engere Zusammenarbeit innerhalb eines Landes oder über die Landesgrenzen hinweg.

Die einfachste Art einer Kooperation ist die lockere Zusammenarbeit zweier benachbarter Innungen. Ob Seminare oder Freisprechungen, hier kann die Basis zeigen, wie gutes Teamwork aussieht. Bei kleineren Innungen kann das beispielsweise die Vorstufe zu Fusionen sein. Zehn-Mann-Innungen gehören eigentlich der Vergangenheit an. Nur in einer großen Gemeinschaft können sich die Fleischer politisch Gehör verschaffen. Eine Variante wäre auch die Gründung von Regionalinnungen, die sich auf Handwerkskammergröße finden.



Vorgemacht, wie Kooperationen über Landesgrenzen hinweg funktionieren, haben die Nordverbände bei der FH Nord im März dieses Jahres. Angefangen bei der frischen Werbung mit den vier sympathischen Landesinnungsmeistern aus Hamburg, Mecklenburg Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein bis hin zu den gemeinsam durchgeführten Wettbewerben zeigten die vier Landesorganisationen, was mit einer guten Zusammenarbeit erreicht werden kann.

Landesverbände könnten in weiteren Bereichen kooperieren. So gibt es in regionalen Organisationen Mitarbeiter , die sich durch ihr langjähriges Tun zu Spezialisten auf ihren Sachgebieten entwickelt haben. Dieses Wissen gilt es zu kanalisieren und länderübergreifend zu nutzen. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband könnte so ein Netzwerk an Fachleuten entstehen, um das andere Verbände die Fleischer beneiden.

Doch dazu braucht es Flexibilität. Und die ist bisher noch nicht im gewünschten Maß zu erkennen. Die Innungen und Verbände werden so lange weiterwurschteln, bis das letzte Haus verkauft und der letzte Fleischer aus der Innung ausgetreten ist. Erst dann werden sie merken, dass man ohne Mitglieder keine Daseinsberechtigung mehr hat.

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