Kommentar von
Sandra Sieler

Orientierung in unruhigem Fahrwasser

Dienstag, 20. Januar 2015

Kommentar von Sandra Sieler zu Compliance

„Nicht noch mehr Regeln“ – natürlich lässt sich das Aufstöhnen mancher als Reaktion auf Compliance-Programme nachvollziehen. Gerade die Unternehmen der Fleischwirtschaft leiden enorm unter der Regelungswut der EU und dem manchmal schon überbordenden Verbraucherschutz in Form strengster Auflagen für die Betriebe. Regeln für den Umgang mit Mensch und Tier bringen aber auch voran, das Unternehmen als einzelnes und die Branche als Ganzes.

Viele der immer straffer gezogenen rechtlichen Daumenschrauben waren schließlich die Folge von Skandalen: Fälle, in denen Unternehmer oder Angestellte rechtliche Grauzonen ausgenutzt haben oder einfach ihrer kriminellen Energie freien Lauf gelassen haben. Kandidaten der letzteren Kategorie wird man auch mit noch so strengen Auflagen nicht das Handwerk legen. Rechtliche Unsicherheiten aber werden durch firmeneigene Richtlinien zu sicherem Fahrwasser. Das Unternehmen stellt damit für sich und nach außen hin klar: Das geht, das geht nicht.

Wer damit seine Weste sauber hält, dem liefert ein solches Wohlverhaltensprogramm gute Argumente für die Werbung. Compliance heißt schließlich mehr als bloße Gesetzestreue.

So mancher denkt hier vielleicht gleich an ein Regel-Monstrum. Das muss gar nicht sein. Viele Betriebe haben bereits ein eigenes Leitbild. Das umzusetzen ist schon der erste Schritt zu Compliance. Die Fleischwirtschaft liefert eine Vielzahl an Themen – und der Verbraucher erwartet Antworten.
Das könnte Sie auch interessieren
stats