Kommentar von
Jörg Schiffeler

Rückblick 2016 - Ausblick 2017 Alte Themen und neue Aufgaben garantieren Spannung

Dienstag, 20. Dezember 2016
Was für ein Jahr! Fleischer nehmen Flüchtlinge auf und bilden sie aus. Fleischer aus der ganzen Welt sind zur IFFA zu Gast in Frankfurt am Main.

Die Leitsätze werden diskutiert. Meister Schlagbauer – DFV-Vizepräsident, Kammerpräsident und Landesinnungsmeister der Fleischer in Bayern – tritt zurück. Tönnies engagiert sich in Dänemark und Frankreich. Unter den Fleischverarbeitern geht die Konzentration und Konsolidierung weiter, wie zuletzt die Beispiele Döllinghareico und kff zeigen. Das gilt ebenso für den Filialisten Zeiss, der in Wasner einen rettenden, handwerklichen Investor findet, oder auch für Kaiser’s Tengelmann mitsamt seinen Fleischwerken.

Mindestlohn und Werkverträge, Ferkelkastration und Tierwohl, Finanzkontrolle Schwarzarbeit, Digitalisierung und Automatisierung, Regionalität und Globalisierung, Fleischkonsum und seine Alternativen – das alles hat uns nachhaltig bewegt. Und diese Themen werden uns weiterhin intensiv beschäftigen. So viel ist sicher.

In wenigen Tagen geht für die Fleischbranche ein spannendes und für viele Unternehmer auch ein erfolgreiches Jahr zu Ende. Die Ernährungswirtschaft gehört mit dem Maschinenbau, der Automobil- sowie der Chemie- und Elektroindustrie zu den größten und wichtigsten Wirtschaftszweigen in Deutschland.

Die Welt blickt auf uns, denn unsere Land- und Ernährungswirtschaft ist leistungsfähig aufgestellt. Insbesondere zum Highlight des Jahres, der IFFA im Mai, strömten Fleischexperten aus allen Teilen der Erde nach Frankfurt. Maschinenbauer und Fleischerhandwerk sowie Dienstleister und Zulieferer stellten sowohl ihre Leistungsstärke wie auch die Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis.

Daran müssen wir im neuen Jahr anknüpfen. Entwicklungen und Chancen müssen erkannt und für den unternehmerischen Erfolg genutzt werden. Gleichwohl müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Und hier muss sich etwas tun. Der neu aufgekommene Protektionismus, der sich auch in Forderungen nach Herkunftskennzeichnung ausdrückt, gefährdet den sozialen Frieden und ist vor allem keine Lösung gegen Reformstau und verlorener Wettbewerbsfähigkeit einzelner Staaten und Unternehmen.

In diesem Jahr ist die Zahl der Kritiker an der Europäischen Union deutlich gewachsen. Populisten sind in fast allen Mitgliedstaaten auf dem Vormarsch – aus vielen Gründen. Aber eben auch aus Zweifeln an Europa und aus Angst vor Übervorteilung durch Handelsabkommen – oder immer neuen Gesetzen und Verordnungen, mit denen auch Handwerksmeister und Lebensmittelhersteller konfrontiert werden.

Das Ceta-Abkommen wird gerade so verabschiedet. TTIP steht vor dem Aus. Und der wirtschaftspolitische Weg des Vereinigten Königreichs bleibt vorerst offen.
Unser Wohlstand beruht jedoch zu einem erheblichen Teil auf dem Warenhandel. Schon die Hanse brachte Reichtum in die deutschen Länder. Der wirtschaftliche Erfolg und das persönliche Wohlbefinden eines jeden Einzelnen sind mit dem Exportgeschäft eng verknüpft.

Der Wettbewerb wird härter – auch in den eigenen Reihen. Erzeuger, Schlachter, Zerleger, Verarbeiter, Handwerk und Handel treten zwar für ein Mehr an Wertschöpfung ein, die letztlich kaum jemand bezahlen möchte. Da sind die Kontrahenten nicht anders als die Verbraucher programmiert.

Und so zeigt sich zum Jahresende auch, dass Fleisch und Wurst in aller Munde sind. Der Pro-Kopf-Verzehr bleibt eher stabil, als dass man von einem Einbruch sprechen könnte. Laut Konsumforschung kaufen 96 Prozent der bundesdeutschen Haushalte Fleisch ein und fast alle Wurst. Daraus lässt sich auch zukünftig etwas machen.

Mein Team und ich wünschen Ihnen, Ihren Familien und Mitarbeitern fröhliche Weihnachten sowie ein friedvolles neues Jahr.

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