Kommentar von
Renate Kühlcke

Seismograf der Verbraucherstimmung

Dienstag, 20. August 2013

Kommentar von Renate Kühlcke

Keine Frage, die Nachfrage nach Bio im Fleischsegment steigt kontinuierlich an. Im Jahr 2012 immerhin um über 18 Prozent. Und die Nachfrage ist größer als das Angebot.

Dabei liegt der Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt bei knapp vier Prozent, der Fleischsektor noch darunter.

Bio ist eine Nische, aber eine reizvolle. Hier sind die kritischen, weniger preissensiblen Kunden zuhause, die im Grunde keine Fleischverweigerer sind und nach Alternativen zum konventionellen Angebot suchen. Der beobachtete Trend hin zu einem maßvollen Fleischkonsum gilt überwiegend für diesen Kreis der Bio-Vielkäufer. Hier wird die Gruppe von Menschen ausgemacht, die öfter und ganz bewusst auf Fleisch verzichten.

Diese Flexitarier für sich zu gewinnen, dazu hat das Fleischerhandwerk viele Trümpfe in der Hand. Über 50 Prozent der bewussten Fleischesser kaufen beim Metzger ein, das können mehr werden. Das Ökobarometer darf durchaus als Seismograf der allgemeinen Verbraucherstimmung verstanden werden.

Wenn hier als wichtigster Grund für den Kauf von Bio-Lebensmitteln erstmals die regionale Herkunft und die Unterstützung lokaler Betriebe genannt werden, ist das mehr als ein Öko-Trend. „Aus der Region“ ist das neue „Bio“, das wird immer deutlicher. Wenn sich das Fachgeschäft hier glaubwürdig aufstellt – und entsprechend vermarktet–, wird diese Nische zum ertragreichen Geschäft.
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