Kommentar von
Renate Kühlcke

Weitere politische Weiche ist gestellt

Dienstag, 27. Januar 2015

Kommentar von Renate Kühlcke zur Herkunftskennzeichnung

Noch wenige Wochen, dann ist die Herkunftskennzeichnung für Frischfleisch Pflicht. Lange wurde sie diskutiert, schließlich gewannen die Verbraucherinteressen Oberhand - dank Pferdefleischskandal fehlten die überzeugenden Argumente dagegen.

Die Hoffnung der Branche, dass nach dem Ende 2013 vorgelegten Bericht der EU-Kommission das Ausdehnen der Regel auf verarbeitete Lebensmittel aufs Abstellgleis geschoben werden kann, ist jetzt geplatzt. Die Pflichtkennzeichnung der Herkunft auch für Fleisch als Zutat wird von den Europaabgeordneten mit Nachdruck weiter verfolgt.

Das allein reicht natürlich nicht, um in Brüssel neue Vorschriften auf den Weg zu bringen.  Aber: Eine wichtige Weiche zur politischen Meinungsbildung wurde mit der Resolution gestellt.

Nun kommt es auf die Positionierung der einzelnen Mitgliedstaaten an. Italien, Frankreich, Großbritannien und selbst Deutschland hegten im Schatten des Pferdefleischskandals Sympathien für diese Pflicht. Transparenz heißt das Gebot der Stunde. Zu hohe Kosten und ein unverhältnismäßiger Aufwand werden die Parlamentarier wohl kaum überzeugen, den eingeschlagenen Kennzeichnungsweg zu verlassen.
Das könnte Sie auch interessieren
stats