Kommentar von
Sandra Sieler

Wettbewerber Kompetenz ohne Kontur

Dienstag, 15. September 2015
Wirft man einen Blick auf die Vielzahl der heutigen Ernährungstrends, stechen vor allem zwei Megaströmungen heraus. Merkwürdigerweise sind diese beiden genau gegenläufig: Die einen streichen alles Tierische von ihrer Speisekarte, die anderen kommen zurück zu Steak & Co, und zelebrieren dies auf höchstem Niveau.

Fleischgenuss ist Vertrauenssache geworden, deshalb greift der Kunde hier auch gern mal tiefer ins Portemonnaie. Das zeigt die wachsende Zahl an Restaurants, die sich auf Dry aged und ähnliches fokussieren ebenso wie die Fülle an Better-Burger-Läden. Dass das Fleischerhandwerk die Welle voll mitnimmt, sieht der aufmerksame afz-Leser daran, dass kaum ein neu eingerichteter Laden ohne Schau-Reifeschrank auskommt. Die Einrichtung inklusive der edlen Atmosphäre einer Himalaya-Salzwand unterstreicht dabei den Charakter des Premiumsegments und die damit verbundene Wertschöpfung.



Aber auch die Konkurrenz im Lebensmittelhandel schwimmt mit im Strom, wenn es darum geht, höchste Fleischkompetenz zu suggerieren. Ob Dry aged, US-Beef oder regionale Rassen – in den Theken von Rewe oder Edeka fehlt es an nichts. Und mit dem neuen Bestellshop „Beef by Rewe“ setzen die Kölner jetzt noch eins drauf. Der Kunde sucht sich online Spezialitäten von Rind, Schwein und Lamm aus, und holt sie später in seiner Filiale ab. Hier gibt es Ibérico-Filet oder Frenched Racks vom Duroc-Schwein ebenso wie Neuseeland Wagyu oder Roastbeef vom Bison.

Bei aller Technisierung und bequemem Nutzen: Kompetenz und Vertrauen verknüpft der Kunde immer noch gern mit einem Gesicht. Das fehlt den Theken des Handels.

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