1. Meat Vision Congress: Gutes tun und dokumentieren

Dienstag, 07. Mai 2013
Foto: Rund 170 Teilnehmer zählte der Meat Vision Congress. Foto: Felix Holland

Beim ersten Meat Vision Congress am Vortag der IFFA rückte die Nachhaltigkeit in den Fokus der internationalen Messebesucher. Experten spannten dabei den Bogen von einer fairen Preisfindung über Umweltthemen und Animal Welfare zu Aspekten der sozialen Verantwortung von Unternehmen.

(Bild: Rund 170 Teilnehmer zählte der Meat Vision Congress. Foto: Felix Holland)
Die steigende internationale Fleischnachfrage müsse umweltverträglich gelöst werden, so Prof. Dr. Michael Schmitz vom Institut für Agrarpolitik und Marktforschung an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Die zunehmende Orientierung von Industrie und Handel auf Nachhaltigkeitsthemen sei unabhängig von der Betriebsgröße betonte Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald von der Münchner Schweisfurth-Stiftung. Jeder Betrieb müsse seine eigene, passende Strategie entwickeln und mit Leben erfüllen. Dass es dabei auch entscheidend auf die Technik ankäme, führte VDMA-Geschäftsführer
Richard Clemens aus. Die permanente Weiterentwicklung führe zu Einsparungen von Rohstoffen, verminderten Emissionen und optimiere die Energieerzeugung.

Den Nährwert und die Vorzüge von Fleisch herausstellen und nicht nur den angeblich negativen Einfluss des Verzehrs auf Gesundheit und Umwelt verteidigen – das war die Empfehlung von Chris Lamb, Vorsitzender der Marketing-Kommission des International Meat Secretariats. Die Produzenten müssten außerdem entscheiden, ob sie ein Niedrigpreissegment besetzen oder sich durch Alleinstellungsmerkmale positionieren wollen, und den Konsumenten eine komplette Produkt- und Herstellungsgeschichte erzählen können. Als absolute Notwendigkeit fügte er hinzu: „Erhalten Sie das Verbrauchervertrauen aufrecht und entwickeln Sie es weiter.“

Tierschutz und den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika gewichtet Prof. Dr. Thomas Blaha als die „Hot spots“ der Nachhaltigkeit. Er fordert deshalb, Indikatoren wie Mortalität, Keimzahlen in Schlachthöfen oder Häufigkeit des Antibiotika-Einsatzes heranzuziehen, um das Tierwohl proaktiv voranzutreiben. Was Verbraucher wissen und nicht wissen wollen, stand im Fokus von Dr. Johannes Simons’ Vortrag. Der Marktforscher der Uni Bonn belegte anhand diverser Studien, dass es den meisten Verbrauchern zu mühsam ist, sich zu informieren. Der Fleischbranche gab er die Empfehlung, Gutes zu tun und es umfassend dokumentieren, auf umfassende Antworten vorbereitet zu sein und vorsichtig von sich aus zu kommunizieren.

Das Potenzial für eine Zusammenarbeit in den stark prosperierenden Märkten der BRIC-Staaten hält Nan-Dirk Mulder von der niederländischen Rabo-Bank für sehr erfolgversprechend. Es setzt aber eine aktive Beratung voraus. Für die Zukunft prognostiziert Mulder einen Anstieg der Ausfuhren nach Fernost sowie stabile Geschäfte mit Russland, die er mit den immer wieder verhängten Exportbeschränkungen begründete.

Weblink: Meat Vision
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