1. Mai-Kundgebung: Mehr Wertschätzung für har...
NGG / Anja Jungnickel
Mit Protesten vor den Werkstoren verschiedener Schlachtunternehmen - wie hier bei Tönnies in Weißenfels beispielsweise - hatte die NGG zuletzt Druck machen wollen in der aktuellen Tarifrunde.
Mit Protesten vor den Werkstoren verschiedener Schlachtunternehmen - wie hier bei Tönnies in Weißenfels beispielsweise - hatte die NGG zuletzt Druck machen wollen in der aktuellen Tarifrunde.

ESSEN Bei der DGB-Kundgebung in Essen zum Tag der Arbeit unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft“ hatte Guido Zeitler, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), auch eine Botschaft für die Arbeitgeber in der Fleischindustrie.

Der NGG-Chef forderte die Unternehmer auf, den Beschäftigten mehr Wertschätzung für ihre harte Arbeit entgegenzubringen sowie einen Tarifvertrag abzuschließen und bekräftigte zudem die Forderung nach einem branchenunabhängigen Mindest-Kurzarbeitergeld von 1.200 Euro monatlich. Das geht aus einer Mitteilung der NGG an die Medien hervor.
Besonders im Gastgewerbe mit seinen Niedriglöhnen seien die Folgen der Kurzarbeit dramatisch, so Zeitler: „Denn 60 oder 70 Prozent von wenig Einkommen ist einfach zu wenig Einkommen. Viele Menschen wissen nicht mehr, wie sie ihre Miete bezahlen sollen.“

„Die Corona-Pandemie hat die Bruchstellen unserer Gesellschaft sichtbar gemacht“, so der NGG-Vorsitzende: Obwohl die NGG seit Jahrzehnten auf die unhaltbaren Zustände in der Fleischindustrie, vor allem auf den Schlachthöfen, aufmerksam gemacht habe, habe erst die Pandemie kommen müssen, damit sich etwas ändere.
Mit dem Arbeitsschutzkontrollgesetz seien Werkverträge und Leiharbeit ohne Tarifvertrag in der Branche verboten. „Dieser gesetzlichen Regelung müssen als nächster Schritt allgemeinverbindliche Tarifverträge mit guten Löhnen, Zuschlägen, Urlaub, Weihnachts- und Urlaubsgeld folgen“, ist Zeitler überzeugt. Doch die Widerstände der Arbeitgeber seien groß und die Gespräche hart. Zeitler: „Nach drei Verhandlungen und einer Sondierung gibt es noch kein Ergebnis. Aber ich bin zuversichtlich, dass die Arbeitgeber zur Vernunft kommen und endlich lernen, dass sie gut mit ihren Beschäftigten umgehen.“
„Die Widerstände sind groß und die Gespräche hart. “
Guido Zeitler, NGG


Quelle: fleischwirtschaft.de; NGG
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